Politik

Hilfe für festsitzende SchiffeIran droht mit Angriffen auf Trumps "Geleit"-Mission

04.05.2026, 09:54 Uhr
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Frachtschiffe sind in der Nähe der Straße von Hormus zu sehen: Viele können die Meerenge seit Wochen nicht passieren. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

US-Präsident Trump kündigt eine Hilfsmission für in der Straße von Hormus festsitzende Schiffe an. Der Iran reagiert sofort: Jedes Schiff, das sich der Meerenge nähert, wird angegriffen. Aber das scheint womöglich gar nicht der Plan der USA zu sein.

Die iranische Armee droht US-Streitkräften mit Angriffen, sollten diese in die Straße von Hormus einfahren. "Jede ausländische Streitkraft und besonders das aggressive US-Militär" werde angegriffen, wenn sie beabsichtige, sich der Meerenge zu nähern oder in sie einzufahren, ließ Ali Abdollahi vom iranischen Zentralkommando im staatlichen iranischen Sender Irib erklären.

Der Vorsitzende des iranischen Parlamentsausschusses für nationale Sicherheit, Ebrahim Asisi, hatte zuvor bereits auf X erklärt: "Jede amerikanische Einmischung in die neuen Seeverkehrsregelungen in der Straße von Hormus wird als Verstoß gegen die Waffenruhe angesehen."

US-Präsident Donald Trump hatte in der Nacht angekündigt, die US-Marine werde am Montagmorgen Ortszeit beginnen, in der Straße von Hormus festsitzende Schiffe heraus zu "geleiten". Um diesen Einsatz unter dem Titel "Projekt Freiheit" hätten "Länder aus aller Welt" gebeten, erklärte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. "Zum Wohle des Iran, des Nahen Ostens und der Vereinigten Staaten haben wir diesen Ländern zugesichert, ihre Schiffe sicher aus diesen gesperrten Gewässern zu geleiten, damit sie ihren Geschäften ungehindert nachgehen können."

Trump zufolge soll die Unterstützung für alle Schiffe von Ländern gelten, die nicht in den Iran-Krieg "verwickelt" sind. Sollte "in irgendeiner Weise" in die Aktion eingegriffen werden, werde "dieser Eingriff leider mit Gewalt beantwortet werden müssen."

Hilfe durch Anwesenheit

Das für die Region zuständige US-Zentralkommando Centcom erklärte daraufhin auf X, die US-Streitkräfte würden im Rahmen von "Projekt Freiheit" Lenkwaffenzerstörer, über 100 land- und seegestützte Flugzeuge, unbemannte Multidomain-Plattformen und 15.000 Militärangehörige einsetzen. "Unsere Unterstützung für diese defensive Mission ist für die Sicherheit der Region und die Weltwirtschaft von entscheidender Bedeutung, während wir gleichzeitig die Seeblockade aufrechterhalten", erklärte Centcom-Befehlshaber Admiral Brad Cooper.

Einem Medienbericht zufolge sieht der Einsatz jedoch nicht zwingend vor, dass US-Kriegsschiffe Handelsschiffe direkt eskortieren. Die Schiffe der US-Marine würden sich lediglich "in der Nähe" aufhalten, berichtet Reporter Barak Ravid vom US-Nachrichtenportal Axios auf X. "Damit solle im Bedarfsfall verhindert werden, dass das iranische Militär Handelsschiffe bei der Durchfahrt durch die Meerenge angreift."

Friedensgespräche kommen nicht voran

Der Iran-Krieg hatte am 28. Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen. Teheran reagierte mit Angriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Das iranische Militär sperrte zudem die für die Öl- und Flüssiggastransporte wichtige Straße von Hormus weitgehend, der Ölpreis stieg dadurch steil an. Die USA wiederum blockieren iranische Häfen.

Seit Inkrafttreten einer Waffenruhe Anfang April kommen die Bemühungen zur Beendigung des Konflikts nicht voran. Gut zwei Monate nach Beginn des Iran-Kriegs wächst damit die Sorge vor einer erneuten Eskalation. Am Samstag hatte Trump erklärt, eine Wiederaufnahme des Kriegs sei eine "Option".

Quelle: ntv.de, chr/AFP/rts

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