Politik

"Humanitäre Geste" Trump verspricht Handelsschiffen in Straße von Hormus Hilfe

04.05.2026, 04:53 Uhr
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Viele Tanker ankern unfreiwillig vor der Küste der Insel Qeschm. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Zahlreiche Schiffe stauen sich in der Straße von Hormus. Diese sind unfreiwillig in den Iran-Krieg verwickelt und erbitten Hilfe, wie US-Präsident Trump erklärt. Er kündigt "Project Freedom an". Laut dem "Wall Street Journal" handelt es sich jedoch nur um eine Koordinierungsstelle.

Die USA werden nach Angaben von US-Präsident Donald Trump damit beginnen, in der Straße von Hormus festsitzende Schiffe zu befreien. Trump schrieb bei Truth Social, dass Länder aus der ganzen Welt die USA um Hilfe gefragt hätten. "Zum Wohle des Iran, des Nahen Ostens und der Vereinigten Staaten haben wir diesen Ländern mitgeteilt, dass wir ihre Schiffe sicher aus diesen gesperrten Wasserstraßen geleiten werden, damit sie frei und ungehindert ihren Geschäften nachgehen können."

Es handele sich um Schiffe aus Teilen der Welt, die in keiner Weise in das verwickelt seien, was sich derzeit im Nahen Osten abspiele. "Ich habe meine Vertreter angewiesen, ihnen (den Ländern) mitzuteilen, dass wir uns nach besten Kräften bemühen werden, ihre Schiffe und Besatzungen sicher aus der Meerenge herauszuholen." Dieser Prozess namens "Project Freedom" werde am Montagmorgen nahöstlicher Zeit beginnen.

"Mir ist voll und ganz bewusst, dass meine Vertreter sehr positive Gespräche mit dem Iran führen und dass diese Gespräche zu etwas sehr Positivem für alle führen könnten", schrieb Trump weiter zu den Verhandlungen. Die Verlegung der Schiffe sei lediglich dazu gedacht, Menschen, Unternehmen und Länder zu befreien, die absolut nichts falsch gemacht hätten und Opfer der Umstände seien.

Iranische Führung sieht Verstoß gegen Waffenruhe

"Dies ist eine humanitäre Geste im Namen der Vereinigten Staaten, der Länder des Nahen Ostens, aber insbesondere des Iran." Auf vielen der Schiffe seien die Lebensmittel für die Besatzung knapp. "Ich denke, es wäre ein großer Schritt, um den guten Willen all derer zu zeigen, die in den vergangenen Monaten so erbittert gekämpft haben", warnte Trump. "Sollte dieser humanitäre Prozess in irgendeiner Weise gestört werden, muss dieser Störung leider mit Härte begegnet werden." 

Nach der Ankündigung des Militäreinsatzes drohte ein ranghoher iranischer Vertreter die USA: "Jede amerikanische Einmischung in die neuen Seeverkehrsregelungen in der Straße von Hormus wird als Verstoß gegen die Waffenruhe angesehen", erklärte der Vorsitzende des iranischen Parlamentsausschusses für nationale Sicherheit, Ebrahim Asisi, am frühen Montagmorgen bei X. Die Straße von Hormus und der Persische Golf würden nicht durch "Trumps wahnhafte Beiträge gesteuert".

Das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom bestätigte bei X die Aussagen von Trump. Konkret sollen demnach Lenkwaffenzerstörer, mehr als 100 Fluggeräte, unbemannte Plattformen sowie 15.000 Soldaten das "Projekt Freiheit" unterstützen. Was ihre konkrete Aufgabe sei, wurde nicht erläutert. 

WSJ: US-Marine eskortiert Tanker vorerst nicht

Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf zwei hochrangige US-Beamten, dass es sich bei dem Projekt um die Einrichtung einer Koordinierungsstelle zur Regelung des Schiffsverkehrs durch die Meerenge handeln solle. Aktuell sieht die Initiative demnach nicht vor, dass Kriegsschiffe der US-Marine Handelsschiffe durch die Straße von Hormus eskortieren.

Trumps jüngster Plan ziele laut dem US-Medienbericht darauf ab, Minen zu orten und diese Informationen an Schiffe weiterzugeben, die die Meerenge passieren, damit sie diese Gefahren umgehen könnten. Zudem sollen die sichersten Routen für die Schifffahrt ermittelt werden.

In den Verhandlungen mit Teheran drängen die USA auch auf eine Öffnung der weitgehend blockierten Straße von Hormus - bislang allerdings ohne Erfolg. Erst am Sonntag meldete die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) erneut Angriffe auf Schiffe in der Meerenge. Der Kapitän eines nordwärts fahrenden Massengutfrachters habe einen Angriff mehrerer kleiner Boote gemeldet, teilte die Behörde bei X mit. Zu dem Vorfall kam es demnach elf Seemeilen westlich der iranischen Stadt Sirik. 

Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete wiederum, ein Schiff sei auf Anordnung der iranischen Marine gestoppt worden, um Dokumente zu prüfen. Diese Maßnahme sei im Rahmen von Überwachungsverfahren erfolgt. Von einem Angriff war nicht die Rede.

Später teilte UKTMO mit, erneut sei in der Meerenge ein Schiff angegriffen worden und von "unbekannten Projektilen" getroffen worden. Der Vorfall ereignete sich demnach am Sonntagabend rund 145 Kilometer nördlich von Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Bei beiden Vorfällen seien die Besatzungen in Sicherheit und es seien keine Auswirkungen auf die Umwelt gemeldet worden. Vor dem Nahost-Krieg hatten Tanker rund ein Fünftel der weltweit gehandelten Menge an Öl- und Flüssiggas durch die Straße von Hormus transportiert.

Quelle: ntv.de, bho/rts/AFP/dpa

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