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"Nicht das Ziel, nur ein Mittel" Iran erwägt Ausstieg aus Atomabkommen

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Chamenei hat bei politischen Fragen im Iran das letzte Wort.

(Foto: dpa)

Bislang wollte der Iran trotz des Ausstiegs der USA aus dem internationalen Atomabkommen an diesem festhalten. Doch das geistige Oberhaupt des Landes, Chamenei, ist skeptisch. Wenn es nicht länger dem "nationalen Interesse dient", werde man aussteigen.

Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei hat sich skeptisch zu den Erfolgsaussichten des internationalen Atomabkommens geäußert und sich für einen Ausstieg ausgesprochen, sollte es nicht länger den "nationalen Interessen" seines Landes dienen. Das Atomabkommen sei "nicht das Ziel, sondern nur ein Mittel", sagte Chamenei in Teheran. Sollte die Führung zum Schluss kommen, dass es "nicht länger unserem nationalen Interesse dient, werden wir es beiseite legen".

Chamenei sprach sich für eine Fortsetzung der Bemühungen aus, das Abkommen gemeinsam mit den Europäern zu retten, äußerte sich aber skeptisch zu den Erfolgsaussichten. Die iranische Regierung sollte "bei Fragen wie dem Atomabkommen oder der Wirtschaft ihre Hoffnung nicht auf die Europäer setzen", sagte Chamenei bei einer Kabinettssitzung laut seiner offiziellen Website. "Wir müssen ihre Versprechen mit Skepsis bewerten."

Chamenei, der in politischen Fragen im Iran das letzte Wort hat, lehnte erneut Gespräche mit den USA ab, nachdem US-Präsident Donald Trump trotz seines einseitigen Ausstiegs aus dem Atomabkommen dem Iran Verhandlungen angeboten hatte. Die USA wollten zeigen, dass sie "jeden, selbst die Islamische Republik, an den Verhandlungstisch bringen können", sagte Chamenei. "Doch wie ich zuvor gesagt habe, wird es keine Verhandlungen mit ihnen geben."

Quelle: n-tv.de, ftü/AFP

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