Politik

Maas: "Nicht akzeptabel" Iran fährt Uran-Anreicherung weiter hoch

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Die "vierte Etappe" des schrittweisen Rückzugs beginnt um Mitternacht.

(Foto: picture alliance / IRANIAN STATE)

Die von Irans Präsident Ruhani angekündigte "vierte Etappe" des Rückzugs aus dem Atomabkommen beginnt in der Nacht: In einer unterirdischen Anlage wird wieder Uran angereichert. Die USA sprechen von "nuklearer Erpressung", auch Bundesaußenminister Maas hält die Entscheidung für gefährlich.

Der Iran hat angekündigt, die Urananreicherung in der Atomanlage Fordo wieder aufzunehmen. Die Produktion von angereichertem Uran solle um Mitternacht beginnen, erklärte der Sprecher der iranischen Atomenergieorganisation, Behrus Kamalwandi, laut der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Insa. Bundesaußenminister Heiko Maas verurteilte die Entscheidung des Irans als "nicht akzeptabel".

Irans Präsident Hassan Ruhani hatte bereits am Dienstag von einer "vierten Etappe" des schrittweisen Rückzugs aus dem internationalen Atomabkommen gesprochen. In der Folge des 2015 geschlossenen Abkommens war die Urananreicherung in der unterirdischen Anlage von Fordo, 180 Kilometer südlich der Hauptstadt Teheran, eingefroren worden.

Maas sagte in Berlin, Teheran setze mit dem Schritt das Atomabkommen "weiter aufs Spiel". Er forderte den Iran auf, zur "vollen Erfüllung seiner Verpflichtungen zurückzukehren". Das Ziel sei weiterhin, das Abkommen aufrechtzuerhalten. Washington warf Teheran nach der Ankündigung die Fortsetzung "nuklearer Erpressung" vor.

US-Präsident Donald Trump war im Mai 2018 aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen und verfolgt seitdem mit immer neuen Sanktionen eine Politik des "maximalen Drucks" gegenüber Teheran.

Quelle: n-tv.de, mra/AFP