Politik

Zwei Professoren kommen frei Iran und USA tauschen Gefangene aus

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Dieses auf Twitter veröffentlichte Foto zeigt den iranischen Außenminister Sarif (l.) und den aus der Haft entlassenen Soleimani.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein Historiker aus den USA sitzt mehr als drei Jahre lang in einem iranischen Gefängnis, ein iranischer Stammzellenforscher befindet sich für ein Jahr in US-Haft. Beide kommen nun in einem Gefangenenaustausch frei, den die beteiligten Staaten in einer angespannten Zeit vereinbaren.

Inmitten der enormen politischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich die Regierungen beider Länder auf einen Gefangenenaustausch verständigt. Ein im Iran inhaftierter US-Bürger sei frei, erklärte US-Präsident Donald Trump. Kurz zuvor hatte der iranische Außenminister Mohammad Dschawad Sarif mitgeteilt, für den US-Bürger Xiyue Wang komme der in den USA inhaftierte iranische Wissenschaftler Massud Soleimani frei.

Sarif bedankte sich auf Twitter für die Vermittlung der Schweiz. US-Außenminister Mike Pompeo teilte mit, die USA seien "darüber erfreut, dass Teheran in diesem Fall konstruktiv" gewesen sei. Auch er dankte der Regierung in Bern. Washington und Teheran unterhalten seit 1980 keine diplomatischen Beziehungen mehr.

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Hua Qu wartet seit Jahren auf die Heimkehr ihres Mannes Xiyue Wang von einem Forschungsaufenthalt im Iran.

(Foto: picture alliance/dpa)

"Nach mehr als drei Jahren als Gefangener im Iran kehrt Xiyue Wang in die USA zurück", erklärte Trump. Der in Peking geborene Historiker Wang war Doktorand an der US-Universität Princeton und während eines Forschungsaufenthalts im Iran im August 2016 festgenommen worden. Er sollte eine zehnjährige Haftstrafe wegen Spionagevorwürfen absitzen.

Iranischer Professor in Schweiz gelandet

Die iranische Justiz teilte mit, Wang sei "auf der Grundlage islamischer Milde" freigelassen und den Schweizer Behörden übergeben worden. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete, Soleimani sei "nach einem Jahr illegaler Inhaftierung vor wenigen Augenblicken" freigelassen und iranischen Vertretern in der Schweiz übergeben worden.

Sarif verbreitete bei Twitter mehrere Fotos, die ihn und Soleimani am Flughafen und in einem Flugzeug mit iranischer Flagge zeigten. "Heimwärts", schrieb Sarif dazu. Wann die Bilder aufgenommen wurden, ist unklar.

Der Stammzellenforscher Soleimani, ein Professor an der Tarbiat-Modares-Universität in der iranischen Hauptstadt, war im Oktober 2018 unmittelbar nach seiner Ankunft am Flughafen von Chicago festgenommen worden. Laut iranischen Medien wurde ihm vorgeworfen, illegal Wachstumshormone einführen zu wollen.

USA fordern weitere Freilassungen

Seit dem Amtsantritt von Trump haben sich die Beziehungen zwischen den USA und dem Iran deutlich verschlechtert. Der US-Präsident hatte unter anderem das internationale Atomabkommen mit Teheran aufgekündigt und neue Sanktionen verhängt. Teheran reagierte mit mehrfachen Verstößen gegen das Atomabkommen. Nach dem Abschuss einer US-Drohne durch die iranischen Revolutionsgarden im Juni spitzte sich der Konflikt weiter zu.

Mehrere Ausländer sitzen im Iran Haftstrafen ab - zumeist unter Spionagevorwürfen. Pompeo forderte am Samstag die Freilassung "aller im Iran zu Unrecht inhaftierten" US-Bürger. Im Oktober hatte der Iran zwei australische Reiseblogger, denen Spionage vorgeworfen worden war, freigelassen. Zugleich kam in Australien der iranische Student Reza Dehbashi, dessen Auslieferung die USA beantragt hatten, frei. Die Zahl der im Ausland inhaftierten Iraner ist unbekannt.

Quelle: ntv.de, fhe/AFP