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Washington startet "D-Day"Iran warnt USA vor Bumerang bei Wirtschaftskrieg

24.08.2026, 06:27 Uhr
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Bagher Ghalibaf teilte seine Ansicht in Form eines Comics auf X. (Foto: picture alliance / SIPA)

Die USA wollen den Iran mit den "härtesten Sanktionen der Geschichte" wirtschaftlich in die Knie zwingen. In Teheran wendet man die Drohung jedoch direkt wieder gen Washington und warnt auch die arabischen Nachbarstaaten.

Der Iran warnt die USA vor schweren Konsequenzen ihres angekündigten Wirtschaftskriegs gegen die Islamische Republik. Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf teilte auf X einen Comic, der nahelegte, dass verschärfte Sanktionen gegen sein Land die USA, wie ein Bumerang, selbst treffen würden. Der Chef des nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Resai, warnte zudem die ölreichen Nachbarländer davor, sich Washington anzuschließen. Man werde jeden, der das tue, als Feind betrachten, sagte Resai im Staatsfernsehen.

Teherans Drohungen kamen vor einer für heute angekündigten Pressekonferenz von US-Finanzminister Scott Bessent in Washington, bei der er die "härtesten Sanktionen der Geschichte" gegen den Iran vorstellen will. Nachdem die militärischen Kampfhandlungen nachgelassen haben, wollen die USA Teheran nun wirtschaftlich in die Knie zwingen. "Im Morgengrauen beginnt ein wirtschaftlicher 'D-Day' - die größte finanzielle Offensive, die jemals gegen einen Gegner mobilisiert wurde", schrieb Bessent auf X. Er will auf einer für im Laufe des Tages angekündigten Pressekonferenz die "härtesten Sanktionen der Geschichte" gegen den Iran vorstellen.

US-Präsident Donald Trump habe die militärischen Fähigkeiten des Irans "zerschlagen", schrieb Bessent. Nahezu 100 Prozent der Militärfabriken der Islamischen Republik habe Trump zerstört und das Atomprogramm des Landes zunichtegemacht. "Wir treten nun in die Endphase ein."

Der Iran blockiert immer noch weitestgehend den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, eine wichtige Meerenge für Öl-, Gas- und Düngerexporte aus den Staaten am Persischen Golf. Dies hat Folgen für die gesamte Weltwirtschaft. Teheran verlangt, dass Schiffe ausschließlich eine vom Iran festgelegte Route entlang der eigenen Küste nehmen. Die für die wichtige Meerenge zuständige iranische Behörde drohte auf X bei Verstößen gegen die Regeln mit der Konfiszierung von Schiffen.

Der Iran weigert sich, einzulenken, bis eine Einigung mit Washington erzielt wird, die ihm unter anderem Zugang zu eingefrorenen Vermögenswerten und eine Lockerung der Sanktionen gewährt. Der neue Chef des nationalen Sicherheitsrats, Resai, warnte die Golfstaaten am Samstag vor einer Beteiligung an Washingtons Druckkampagne. Man werde zunächst mit ihnen verhandeln. Sollte dies scheitern, werde der Iran Öllieferungen nicht nur durch die Straße von Hormus, sondern auch andere Routen in der Region blockieren. Nicht ein Tropfen Öl werde den Persischen Golf passieren, sagte er im Staatsfernsehen.

Huthi drohen mit Blockade

Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen hat damit gedroht, den Transit durch die Meerenge Bab al-Mandab am Eingang zum Roten Meer zu blockieren. Durch die Meerenge führt der Seeweg von Asien über den Suezkanal nach Europa.

Irans Präsident Massud Peseschkian sagte in einer Rede, sein Land sei "mit einem umfassenden wirtschaftlichen, militärischen und sicherheitspolitischen Krieg konfrontiert". In einer Mitteilung auf seiner Webseite räumte er wirtschaftliche Schwierigkeiten ein und sprach von "erheblichen Ungleichgewichten" in der Versorgung mit Wasser, Strom, Gas und Benzin. Peseschkian zeigte sich aber überzeugt, dass der Iran dem Druck standhalten werde, da das Volk zusammenstehe und widerstandsfähig sei.

Der Inhalt seiner Rede las sich jedoch weniger gelassen als Äußerungen anderer Vertreter der iranischen Führung. So sagte Außenminister Abbas Araghtschi, wirtschaftliche Kriegsführung sei ein immer wiederkehrendes Muster und Teil der langjährigen Einschüchterungstaktik Washingtons. Der Iran habe gelernt, damit umzugehen. Tatsächlich gibt es bereits seit Jahrzehnten US-Sanktionen gegen den Iran.

Emirate kappen Handelsverbindungen nach Teheran

Doch trotz eines ausgeklügelten Systems zur Umgehung der Sanktionen steht Irans Wirtschaft vor einer ihrer bislang schwersten Krisen, die Inflation stieg zuletzt sprunghaft an. Die Infrastruktur des Landes wurde durch den vor rund sechs Monaten von den USA und Israel begonnenen Krieg schwer in Mitleidenschaft gezogen, inklusive Schäden an Industriebetrieben. Zudem erhöht die US-Blockade iranischer Häfen, mit der Teheran unter anderem die Einnahmen aus Ölexporten verwehrt werden sollen, den Druck weiter.

Kurz vor Trumps Ankündigung eines Wirtschaftskriegs gegen den Iran hatten die mit den USA verbündeten Vereinigten Arabischen Emirate erklärt, alle Handels- und Finanztransaktionen mit Teheran bis auf Weiteres auszusetzen. Die Emirate, darunter die Metropole Dubai, sind für den Iran seit vielen Jahren wichtige Orte, um Geschäfte abzuwickeln.

Sollte ein weiterer wichtiger Handelspartner wie die Türkei dem Beispiel folgen, wären die Folgen für den Iran verheerend, zitierte die "New York Times" den Experten Mahdi Ghodsi vom Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsstudien. Er sprach von einer Verschärfung des Kriegs, bis der Iran eine Einigung mit den USA erziele. "Und für den Iran wird es schlimmer sein als für die regionale oder globale Wirtschaft", fügte er hinzu.

Quelle: ntv.de, lme/dpa

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