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Minister widerspricht Trump Iran warnt vor Illusion eines "kurzen Krieges"

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Irans Außenminister Sarif widerspricht US-Präsident Trump.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der verbale Schlagabtausch zwischen den USA und dem Iran geht in die nächste Runde. Während sich US-Präsident Trump in einem Interview mit der Schlagkraft seines Militärs brüstet, schießt Irans Außenminister auf Twitter zurück.

Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hat die Aussagen von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen, dass ein Krieg zwischen beiden Ländern "nicht lange dauern" würde. Die Vorstellung eines "kurzen Krieges mit dem Iran ist eine Illusion", schrieb Sarif bei Twitter. Zudem betonte er, die Sanktionen gegen den Iran seien keine "Alternative zum Krieg, sie sind ein Krieg".

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Trump hatte sich am Vortag in einem Interview überzeugt gezeigt, dass ein Krieg mit dem Iran für sein Land keine großen Schwierigkeiten bedeuten würde. Er wolle keinen Krieg, sollte es aber dazu kommen, wäre sein Land in einer "sehr starken Position", so dass ein Krieg "nicht lange dauern" und keinen Einsatz von US-Bodentruppen erfordern würde, sagte er. Auch der geschäftsführende US-Verteidigungsminister Mark Esper betonte gegenüber der Nato, nicht gegen den Iran in den Krieg ziehen zu wollen. Allerdings würden weitere Vorfälle nicht toleriert, sagte der 55-Jährige in Brüssel.

Auf der anderen Seite schlug auch Irans Präsident Hassan Ruhani diplomatische Töne an. In einem Telefongespräch mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron beteuerte er, sein Land wolle keinen Krieg mit den USA. Nach einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur ISNA hat er aber auch die Verteidigungsbereitschaft Irans unterstrichen: "Falls die Amerikaner wieder in iranische Gewässer oder in den iranischen Luftraum eindringen sollten, hätten die bewaffneten Kräfte des Irans die Pflicht, sie zu stellen und dann werde es ein entschiedenes Aufeinanderprallen geben."

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich seit Anfang Mai permanent weiter verschärft. Der Abschuss einer US-Aufklärungsdrohne durch die iranischen Revolutionsgarden brachte die beiden Länder vergangene Woche an den Rand eines Krieges. Erst in letzter Minute brach Trump einen Vergeltungsangriff ab, weil er ihn nicht für verhältnismäßig hielt. Der US-Präsident verhängte am Montag Finanzsanktionen gegen Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei.

Quelle: n-tv.de, jpe/AFP/dpa

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