Politik

Weißes Haus schweigtIranische Medien: USA greifen Suchort von vermisstem US-Soldaten an

05.04.2026, 05:19 Uhr
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Am Karfreitag wurde ein F15-Jet der US-Luftwaffe im Zentraliran abgeschossen. (Foto: picture alliance / Sipa USA)

Nach dem Abschuss eines F15-Kampfjets über iranischem Gebiet sucht das US-Militär nach dem vermissten Crewmitglied. Der Iran behauptet: Die USA rechnen nicht mehr damit, den Mann lebend herauszuholen und versuchen jetzt, ihn zu töten.

Im Iran gibt es einem Bericht zufolge Luftangriffe in einem Gebiet, in dem sich das vermisste Besatzungsmitglied des abgeschossenen US-Kampfjets befinden soll. Die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim zitierte in der Nacht einen örtlichen Gouverneur, wonach bei Angriffen, die er den USA und Israel zuschrieb, drei Menschen getötet worden seien.

Auf Telegram schreibt Tasnim unter Berufung auf eine Quelle beim Militär, amerikanische Kampfflugzeuge hätten einige Gebiete in der Provinz Kohgiluyeh und Boyer-Ahmad bombardiert, wo der Soldat vermutet werde. Die USA hätten demnach die Hoffnung aufgegeben, den Mann zu retten. Ob sich der Vermisste in der Gewalt des iranischen Militärs befindet, sagte die Quelle demnach nicht.  

Die USA halten sich mit Informationen zu der heiklen Suchaktion bedeckt, das Weiße Haus äußert sich dazu nicht. Die "New York Times" zitierte einen israelischen Beamten, wonach Israels Militär Geheimdienstinformationen mit den USA teile. Israel habe demnach Angriffe in dem Gebiet, in dem der Pilot vermisst werde, ausgesetzt. Keine der Angaben ließ sich zunächst unabhängig überprüfen.

Geiselnahme wäre Riesengewinn für Teheran

Das US-Militär hat Medienberichten zufolge Spezialkräfte in den Süden des Irans geschickt - auch um eine Gefangennahme des vermissten Waffenoffiziers der am Freitag abgeschossenen F-15E durch den Iran zu verhindern. Iranische Medien berichten von hohen Geldsummen, die für seine Ergreifung versprochen worden sein sollen. Für Washington wäre es eine Katastrophe, wenn der Iran einen US-Soldaten als Geisel präsentieren könnte.

Sollte der Iran das Besatzungsmitglied zuerst finden, wäre das "ein großer Gewinn" für Teheran, hatte Laurel Rapp, Direktorin des Nordamerika-Programms der Denkfabrik Chatham House, dem britischen Sender BBC gesagt. Der Iran hätte dann "ein sehr starkes Druckmittel". Rapp sprach deshalb von einer "kritischen Mission" für die US-Streitkräfte. Der Pilot des Kampfjets konnte laut übereinstimmenden Medienberichten von US-Spezialeinheiten gerettet werden. Das zweite Crewmitglied, der Waffenoffizier, wird im Zentraliran vermisst.

Piloten, die über feindlichem Territorium abgeschossen werden und sich mit dem Schleudersitz aus der Maschine befreien können, sind darauf trainiert, sich zu verstecken und ihre Position durchzugeben. Sie tragen in der Regel eine Weste mit einem Peilsender, einer Schusswaffe, Wasser und Verbandszeug bei sich.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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