Politik

"Haltet euer Wort oder zahlt"Iranische Revolutionsgarden: Haben US-Basen angegriffen

12.07.2026, 08:23 Uhr
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Die katarischen Streitkräfte wehren einen Raketenangriff ab. (Foto: picture alliance/dpa)

Der Iran beschießt nicht nur Schiffe, sondern nimmt zuletzt auch wieder US-Militärbasen ins Visier. Zudem wirft das Mullah-Regime den USA Vertragsbruch vor.

Irans Revolutionsgarden haben sich zu Angriffen auf US-Militärbasen in mit den USA verbündeten Golfstaaten und Jordanien bekannt. Die Luftstreitkräfte hätten in einer ersten Phase "wichtige militärische Infrastruktur und Anlagen" auf dem Luftwaffenstützpunkt Prince Hassan Air Base in Jordanien angegriffen, teilten die Revolutionsgarden über ihren Kanal Sepah News auf Telegram mit. Sie behaupteten, mit mehreren ballistischen Raketen ein Kommando- und Kontrollzentrum sowie Hangars für MQ-9-Drohnen zerstört zu haben.

Jordaniens Nachrichtenagentur Petra berichtete unter Berufung auf Militärkreise, dass drei iranische Raketen im Land niedergegangen seien. Es habe keine Verletzten und geringe Schäden gegeben. Ein Ingenieurskorps sei im Einsatz, um die Trümmerteile zu beseitigen.

Zudem haben die iranischen Revolutionsgarden nach eigenen Angaben den strategischen US-Luftwaffenstützpunkt Al Udeid in Katar mit ballistischen Raketen angegriffen. Dabei seien das Wartungszentrum für Kampfjets sowie die Kommandozentrale zerstört worden, teilen die Revolutionsgarde mit. Die Angaben zu beiden Angriffen ließen sich bislang nicht unabhängig prüfen.

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Der US-Stützpunkt Al Udeid. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Als Grund für die Vergeltungsschläge nannten die Revolutionsgarden angebliche Versuche der USA, dem Oman "seinen Willen aufzuzwingen". Unter anderem hätten die USA mehrere Schiffe zur "illegalen Durchfahrt durch die südliche Straße von Hormus" angestiftet. Die sei durch die Reaktion der iranischen Marine verhindert worden. Zudem hätten die USA Ziele entlang der Südküste des Iran angegriffen. Die "fortgesetzte Aggression" der USA werde zu "noch schärferen Reaktionen" führen, hieß es in der Mitteilung weiter.

Das US-Militär hatte eigenen Angaben zufolge in der Nacht Ziele im Iran angegriffen. Die Attacke sei eine Reaktion auf einen Angriff der Revolutionsgarden auf das unter zyprischer Flagge fahrende Containerschiff "GFS Galaxy" in der Straße von Hormus, hieß es in einer Mitteilung des zuständigen Regionalkommandos Centcom.

Ghalibaf: "Wir haben es euch gesagt"

Der Iran hat den USA nach der bereits dritten Angriffswelle diese Woche Vertragsbruch vorgeworfen. "Die Zeit der einseitigen Abmachungen ist VORBEI. Wir haben es euch gesagt: Haltet euer Wort oder zahlt den Preis", schrieb der iranische Parlamentspräsident und Verhandlungsführer Mohammed Bagher Ghalibaf auf X.

Auch Irans Militär warf US-Präsident Donald Trump vor, Zusagen nicht einzuhalten. "Die Amerikaner versuchen, südlich der Straße von Hormus eine regelwidrige Route durchzusetzen, die der mit der Islamischen Republik Iran unterzeichneten Vereinbarung widerspricht", sagte Militärsprecher Amir Akraminia laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim. Gemäß dem Rahmenabkommen liege die Verantwortung beim Iran, sagte Akraminia weiter. Teheran bemühe sich gemeinsam mit dem Golfstaat Oman, "eine gemeinsame Verständigung und gemeinsame Regelungen in der Region durchzusetzen".

Vertreter aus Washington und Teheran hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Kriegs ebnen soll. Darin war vereinbart worden, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal auszuhandeln. Es beinhaltet auch die Forderung nach einer Öffnung der für den Handel wichtigen Straße von Hormus.

Allgemein haben die Spannungen in der Region nun angesichts der gegenseitigen Angriffe wieder zugenommen. In mehreren mit den USA verbündeten Golfstaaten herrschte in den frühen Morgenstunden Luftalarm. In Bahrain ertönten Warnsirenen. Das Innenministerium von Katar teilte bei X mit, die Sicherheitslage sei ernst.

Quelle: ntv.de, mpe/dpa/rts

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