Politik

Zweites Unglück in einem Monat Iranischer Kampfjet bei Isfahan abgestürzt

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Irans Luftwaffe bei einer Militärparade im November.

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Im Iran stürzt binnen Monatsfrist bereits der zweite Kampfjet ab. Weil das Regime in Teheran wegen diverser Terrorvorwürfe scharfen Sanktionen unterliegt, ist die Luftwaffe restlos veraltet und Ersatzteile fehlen. Die Armee verfügt derzeit noch über 300 Maschinen.

Im Iran sind zwei Piloten beim Absturz eines Kampfflugzeugs vom Typ F-14 verletzt worden. Wie die Nachrichtenagentur Tasnim am Mittag berichtete, handelt es sich um den zweiten Absturz binnen eines Monats in der Region. Erst am 24. Mai war ein Flugzeug vom Typ F-7 abgestürzt, beide Piloten an Bord kamen ums Leben. "Ein Kampfflugzeug vom Typ F-14 hatte heute Morgen in der Region Isfahan eine Triebwerkpanne", sagte Armeesprecher Rassul Motamedi gegenüber Tasnim. Der Pilot und der Kopilot retteten sich demnach mit dem Schleudersitz, verletzten sich bei der Fallschirmlandung und wurden sofort in ein Krankenhaus gebracht. Das Flugzeug ist laut Motamedi "zerstört".

In den vergangenen Jahren hatten örtliche Medien immer wieder über Abstürze von Kampfflugzeugen in dem Land berichtet. Im Februar war eine F-5 in der Stadt Tabris im Nordwesten abgestürzt, wobei drei Menschen ums Leben kamen.

Die iranische Armee verfügt nach Angaben von Experten über rund 300 Kampfflugzeuge aus Russland, China, den USA und Frankreich sowie einige sogenannte Saekehs, eine iranische Version des US-Kampfjets F-5. Im Jahr 2006 hatte der Iran seine 80 F-14 Tomcat Kampfjets aus US-Produktion offiziell aus dem Dienst genommen. Da Teheran aufgrund von Sanktionen jedoch keine neuen westlichen Flugzeuge kaufen kann, sind die Flieger weiterhin im Einsatz.

Rätselhafte Todesfälle bei Revolutionsgarden

Erst am Montag hatten iranische Staatsmedien gemeldet, zwei Luft- und Raumfahrtexperten seien bei "Einsätzen" ums Leben gekommen. Ali Kamani, Mitglied der Luft- und Raumfahrtabteilung der iranischen Revolutionsgarden, sei bei einer "Mission" in der Stadt Chomein im Zentrum des Landes "den Märtyrertod gestorben", meldete die Nachrichtenagentur Fars. Bei einem separaten Vorfall in der nordiranischen Provinz Semnan sei zudem der 33-jährige Luftfahrtexperte Mohammad Abdus gestorben. Zu den Umständen der Todesfälle wurde zunächst nichts bekannt.

Vor knapp drei Wochen war Oberst Ali Esmailsadeh, ein Kommandeur der Al-Kuds-Brigaden, laut Staatsmedienberichten bei einem Unfall in seinem Haus ums Leben gekommen. Die Al-Kuds-Brigaden sind eine Eliteeinheit der Revolutionsgarden und für Einsätze im Ausland zuständig. Am 22. Mai starb mit dem Oberst Sajjad Chodai ein ranghohes Mitglied der Revolutionsgarden bei einem Attentat in Teheran. Laut einem Bericht der "New York Times" soll Israel hinter dem Attentat stecken.

Die Regierung in Tel Aviv rechnet deshalb noch an diesem Wochenende mit Vergeltungsschlägen auf seine Bürger in der türkischen Metropole Istanbul und hat eine Reisewarnung für die Türkei herausgegeben.

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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