Politik

Entführung von Dubai-Prinzessin Irlands Ex-Präsidentin bereut "Naivität"

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Mary Robinson von der Labour Party war von 1990 bis 1997 die erste Staatspräsidentin der Republik Irland.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Prinzessin Latifa soll auf Geheiß ihres Vaters, dem Herrscher von Dubai, gefangen gehalten werden. Irlands ehemalige Präsidentin Mary Robinson bereut angesichts der neuesten Entwicklungen, bei ihrem Besuch in Dubai 2018 nicht aufmerksamer gewesen zu sein.

Die ehemalige irische Präsidentin Mary Robinson bedauert ihre Rolle nach der mutmaßlichen Entführung einer Tochter des Herrschers von Dubai, Prinzessin Latifa. In einem Interview des irischen Rundfunks RTÉ sagte Robinson, es sei ihr "größter Fehler" gewesen, zu einem Dinner in Anwesenheit von Prinzessin Latifa im Jahr 2018 nach Dubai zu reisen und nicht wachsamer für die Situation gewesen zu sein, in der sich die Prinzessin befunden habe.

Die Begegnung wurde von der Familie Latifas als Beleg angeführt, dass die Prinzessin nicht gegen ihren Willen gefangen gehalten wird. Robinson, die zeitweise Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte war, hatte die inzwischen 36 Jahre alte Latifa damals als "mit Problemen belastete junge Frau bezeichnet". Der britischen BBC sagte sie später, ihr sei glaubhaft gemacht worden, Latifa leide unter einer bipolaren Störung. Sie habe sie deswegen nicht weiter auf mögliche traumatische Ereignisse ansprechen wollen.

Robinson sagt nun, sie sei "naiv" gewesen. Inzwischen glaube sie der Prinzessin "zu 100 Prozent" und habe Kontakt mit dem irischen Außenminister Simon Coveney wegen des Falls aufgenommen.

Video-Hilferuf Mitte Februar

Mitte Februar waren zum wiederholten Mal Videoaufnahmen an die Öffentlichkeit gelangt, in denen Latifa davon spricht, sie werde in Dubai auf Befehl ihres Vaters, Mohammed bin Raschid al-Maktum, gefangen gehalten. Die Videos hatte sie nach Angaben von Freunden heimlich auf einem Smartphone aufgenommen. Die Freunde veröffentlichten die Videos jetzt, weil sie nach eigenen Angaben seit Monaten kein Lebenszeichen mehr bekommen haben.

Die Herrscherfamilie Dubais teilte daraufhin mit, Latifa werde von ihrer Familie und medizinischem Personal zu Hause betreut. "Sie erholt sich weiter, und wir sind hoffnungsvoll, dass sie zu einer angemessenen Zeit wieder ins öffentliche Leben zurückkehren wird", zitierte die BBC aus einer Mitteilung der Familie.

Latifa hatte im Februar 2018 per Schlauchboot und Jacht versucht, Dubai zu verlassen. Sie sei von einem Sonderkommando vor der indischen Küste gestoppt und gewaltsam zurückgebracht worden, berichteten ihre Freunde. Eine ältere Schwester von Latifa war im Jahr 2000 aus Cambridge entführt und nach Dubai gebracht worden, nachdem sie versucht hatte, sich abzusetzen. Ein britisches Gericht hatte Scheich Mohammed im vergangenen Jahr im Rahmen eines Scheidungsverfahrens für die Entführung seiner beiden Töchter und die Einschüchterung einer seiner Ehefrauen verantwortlich gemacht.

Quelle: ntv.de, nan/dpa

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