Politik

"Die Lage ist gefährlich" Ischinger sieht Krieg als Klimarisiko

Die Abholzung von Regenwäldern, fossile Brennstoffe, Abgase und Viehzucht befeuern die Erderwärmung. Auf der ganzen Welt setzen sich Menschen für mehr Klimaschutz ein. Ein "großer Krieg" könnte jedoch all ihre Bemühungen zunichtemachen, warnt der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz.

Der Sicherheitsexperte Wolfgang Ischinger hat einen "großen Krieg" als weit unterschätztes Klimarisiko gewertet. "Ein großer Krieg und die gesamten Klimaziele, die wir haben, können Sie alle einstampfen", sagte der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz in der ARD. "Wer Klimaschutz will, muss auch mit dafür sorgen, dass wir keine Kriege bekommen." Das gelte auch für große Kriege, an denen der Westen nicht beteiligt sei.

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Wolfgang Ischinger leitet die Münchner Sicherheitskonferenz.

(Foto: dpa)

"Die Lage ist gefährlich", sagte Ischinger. Sie sei gekennzeichnet von völliger Abwesenheit von Vertrauensbildung und dem Verlust der Rüstungskontrolle. Der UN-Sicherheitsrat sei häufig blockiert. Auch andere Institutionen funktionierten nicht ausreichend gut, weil "überall auf der Welt" irrigerweise gemeint werde, man könne seine eigenen Ziele besser alleine fördern.

Das Problem betrifft nach Ischingers Einschätzung auch die Nato. "Eigentlich steht auf dem Spiel die Zukunft des Westens. Gibt's den Westen noch?", fragte Ischinger. Der Nato-Gipfel in Großbritannien am Dienstag und Mittwoch werde ein "symbolischer Akt" zur 70-Jahr-Feier. Es werde keine "großartigen Sachverhandlungen" geben, aber viele Experten würden sich Gedanken über den Zustand des Bündnisses machen. "Wird die Nato ihren Zielen gerecht?"

Man müsse auch fragen, ob sich die Ziele und Methoden mit der Zeit änderten. So sei die Nato nicht auf eine Auseinandersetzung mit China "geeicht" und setze sich bis heute mit dem UdSSR-Nachfolger Russland auseinander. Die Sicht auf China habe sich aber dramatisch geändert. Galt China vor einem Jahr in Deutschland noch als fabelhafter Exportmarkt, werde er heute zum weltpolitischen Systemwettbewerber.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa

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