Politik

Nach tagelangen Kämpfen Israel und Palästinensergruppen einigen sich auf Waffenstillstand

309257804.jpg

Bei Angriffen auf Ziele im Gazastreifen tötete Israel zwei Kommandeure der Terrorgruppe Islamischer Dschihad sowei nach palästineneischen Angeaben mehrere Zivilisten.

(Foto: picture alliance / NurPhoto)

Die seit Freitag andauernde Eskalation zwischen Isreal und militanten Palästinensern im Gazastreifen soll noch an diesem Abend enden. Ägyptens Geheimdienst vermittelt nach eigenen Angaben einen Waffenstillstand. An einem anderen Brennpunkt droht jedoch eine neue Eskalation.

Israel und militante Palästinenser haben sich ägyptischen Sicherheitskreisen zufolge nach tagelangen schweren Kämpfen im Gazastreifen auf eine Waffenruhe geeinigt. Diese solle ab Sonntagabend in Kraft treten, sagte ein Vertreter des ägyptischen Sicherheitsapparates der Nachrichtenagentur Reuters. Auf palästinensischer Seite hieß es, der Waffenstillstand werde um 20.00 Uhr Ortszeit beginnen.

Sprecher der israelischen Regierung und des Islamischen Dschihad bestätigten die Informationen zunächst nicht. Man stehe in Kontakt mit Kairo, hieß es lediglich. Ägyptische Vermittler hatten einen Waffenstillstand vorgeschlagen.

Seit Freitag hat der Islamische Dschihad mit Raketen vor allem auf den Süden Israels gezielt. Israel griff Ziele in Gaza aus der Luft an. Nach palästinensischen Angaben wurden dabei rund 30 Menschen getötet, darunter sechs Kinder. Mindestens ein Drittel der Toten seien Zivilisten. 203 Menschen seien am Freitag und Samstag verletzt worden. In Israel gab es nach Informationen des Rettungsdienstes keine Berichte über ernsthaft Verletzte.

Es sind die schwersten Auseinandersetzungen seit über einem Jahr. Sie folgen auf einen israelischen Sondereinsatz gegen den Islamischen Dschihad am Freitag in Gaza, bei dem nach israelischen Angaben Tajseer al-Dschaabari, einer der führenden Kommandeure, getötet wurde. Nach palästinensischen Angaben starben dabei auch mehrere Zivilisten.

Raketen auch auf Jerusalem

Militante Palästinenser feuerten zuletzt Raketen auch in Richtung Jerusalem abgefeuert. Berichte über Opfer und Schäden dort gab es nicht. Allerdings zeigte das neue und weiter entfernt liegende Ziel die Eskalation am dritten Tag der gegenseitigen Angriffe. In der Nacht zu Sonntag wurde bei einem israelischen Luftangriff im Süden des Gazastreifens mit Chaled Mansur ein zweiter ranghoher Kommandeur des militanten Islamischen Dschihads getötet.

In mehreren Gemeinden rund fünf Kilometer westlich von Jerusalem heulten am Sonntagmorgen die Sirenen. Ein Sprecher des israelischen Militärs sagte, die Raketen seien in der Luft abgefangen worden. Der Islamische Dschihad erklärte, die Organisation habe Jerusalem als Vergeltung für die Tötung Mansurs, ihres Kommandeurs im Süden des Gazastreifens, mit Raketen angegriffen.

Der Dschihad schwor darauf Rache: "Das Blut der Märtyrer wird nicht vergeudet, und die heiligen Krieger werden dieses Blut nicht trocknen lassen, bis sie die Siedlungen des Feindes mit ihren Raketen bombardiert haben."

Eine Eskalation drohte auch in Jerusalem. Dort verstießen Juden gegen seit langem geltende Vorschriften und beteten auf dem Gelände der Al-Aksa-Moschee, wo einst jüdische Schreine standen. Im Internet verbreitete Videos zeigten, wie die Polizei eingriff, um die Gläubigen zu stoppen. Palästinenser protestierten gegen die jüdischen Gebete auf Moscheegelände. Die Moschee befindet sich auf einem der umstrittensten heiligen Orte im Nahen Osten. Die Juden bezeichnen ihn als Tempelberg. Den Muslimen ist es die drittheiligste Stätte nach Mekka und Medina.

Auf dem Moscheegelände ist nur muslimischer Gottesdienst erlaubt, Juden dürfen dort nicht beten. Einige taten es trotzdem, um Tischa B'Aw zu begehen, den Tag der Trauer um alte Tempel. Die beiden auf dem Gelände der Al-Aksa-Moschee wurden bereits in der Antike zerstört.

Quelle: ntv.de, mbo/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen