Jahrhundertealtes ZimmerBericht: Trump will historischen Raum im Weißen Haus umbauen

Nicht nur die Politik der USA, auch das Weiße Haus will Donald Trump offenbar umgestalten wie kein Präsident jemals zuvor. Nach dem gigantischen Ballsaal-Projekt könnte jetzt ein Ort, an dem sich historische Ereignisse abspielten, den Plänen des Präsidenten zum Opfer fallen.
US-Präsident Donald Trump hat offenbar neue Pläne für Umgestaltungsmaßnahmen im Weißen Haus. Der US-Staatschef habe mit mehreren Personen bereits besprochen, dass der Treaty Room seines Amtssitzes zu einem Gästezimmer mit angeschlossenem Bad umgebaut werden könnte, berichtet die "New York Times" unter Berufung auf mehrere namentlich nicht genannte Quellen.
Anfang Februar soll Trump bei einer Tour durch das Gebäude, bei der Mitglieder der Kommissionen für den Erhalt des Weißen Hauses und der bildenden Künste beteiligt waren, erstmals die Idee präsentiert haben. "Er möchte ein Badezimmer einbauen und den Raum verschönern", erklärte der Vorsitzende der Kommission für bildende Künste in einem Interview. Laut "New York Times" ist der Raum jedoch bereits mit einem Badezimmer versehen. Dieses sei jedoch seit der Amtszeit von Präsident Harry S. Truman nicht mehr renoviert worden.
Beim Treaty Room handelt es sich um einen Raum in der zweiten Etage der Präsidentenresidenz, in welchem sich etliche historische Ereignisse abspielten. Von den Präsidenten Ulysses S. Grant und William McKinley wurde dieser für Kabinettssitzungen genutzt. Zudem wurden dort auch die Friedensvereinbarung für den Spanisch-Amerikanischen Krieg 1898 und der Vertrag über das Verbot von Kernwaffenversuchen in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser im Jahr 1963 unterzeichnet.
Trump hat weitere Umbaupläne für Weißes Haus
Daher rührt auch der heutige Name des Raums. Dieser liegt neben dem Lincoln Bedroom. Dieses Schlafzimmer - ursprünglich in einem ähnlichen Stil gehalten wie der Treaty Room - hat Trump bereits renovieren lassen. Seither dominieren dort Marmor und Gold.
Früher wurde der Treaty Room auch als Monroe Room bezeichnet, da Präsident James Monroe diesen als Arbeitszimmer nutzte. Auch Präsident Barack Obama griff auf den Raum als eine seiner primären Arbeitsräumlichkeiten zurück. Die Präsidenten George W. Bush und Joe Biden nutzten sie für TV-Ansprachen.
Ein Sprecher des Weißen Hauses wollte die Renovierungspläne weder bestätigen noch dementieren. "Präsident Trump ist der oberste Baumeister mit einem außergewöhnlichen Gespür für Details und Design und seine kühne Vision wird sich tief in das Gefüge Amerikas einprägen und von künftigen Generationen wahrgenommen werden", sagte der Trump-Sprecher. "Seine Erfolge werden dem Weißen Haus auch weiterhin den Ruhm verleihen, den es verdient."
Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit hat der US-Staatschef bereits viele Baumaßnahmen im Weißen Haus unternommen. Viele Teile und besonders das Oval Office wurden in rauen Mengen mit goldenen Verzierungen ausgestattet. In einem der Arkadengänge präsentiert Trump inzwischen Porträts etlicher US-Präsidenten. Unterhalb der Porträts wurden Plaketten angebracht, auf denen Trump seine persönliche Einschätzung über den jeweiligen US-Staatschef darlegt. An der Stelle von Präsident Biden wurde ein Bild eines Unterschriftenautomats aufgehängt.
Sein bisher größtes Projekt ist jedoch der Bau eines rund 400 Millionen Dollar teuren Ballsaals. Für dieses Projekt wurde der bisherige East Wing des Weißen Hauses dem Erdboden gleichgemacht. Darüber hinaus ließ Trump auch den Rosengarten umgestalten und die Wiese durch eine Terrasse aus Marmorfliesen ersetzen. Neben dem Ballsaal will Trump zudem auch ein neues Gebäude errichten, welches für die Sicherheitsüberprüfungen von Besuchern genutzt werden soll.