Politik

Zwei Mörder gehängt Japan vollstreckt Todesurteile

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Durch die rot markierte Falltür stürzen die Verurteilte mit einer Schlinge um den Hals in den Tod.

(Foto: REUTERS)

Gemeinsam mit den USA zählt Japan zu den wenigen Industrienationen, in denen es die Todesstrafe gibt - und erntet dafür internationale Kritik. Ungeachtet dessen sind nun zum ersten Mal seit mehreren Monaten wieder zwei Todeskandidaten hingerichtet worden.

In Japan sind erneut zwei Todesurteile vollstreckt worden. Das berichteten japanische Medien unter Berufung auf informierte Quellen. Demnach wurde der 61 Jahre alte Masakatsu Nishikawa wegen des Mordes an vier Bar-Betreiberinnen im Jahr 1991 gehängt. Der erst 34 Jahre alte Koichi Sumida war für den Mord an einer Arbeitskollegin im Jahr 2011 zum Tode verurteilt worden.

Seit Amtsantritt des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe im Dezember 2012 sind damit bereits 19 Menschen hingerichtet worden. Zuletzt starb im November ein verurteilter Doppelmörder durch den Strang. Japan, die drittgrößte Wirtschaftsnation der Welt, gehört zu den wenigen Industrieländern, die an der Todesstrafe festhalten. Japanische Regierungen berufen sich stets auf Umfragen, wonach die Mehrheit der Bürger die Todesstrafe für Mörder befürworte.

Insgesamt sitzen 126 Häftlinge in japanischen Todeszellen, darunter Shoko Asahara, Gründer der Sekte Aum Shinrikyo, und seine Anhänger. Sie wurden wegen der Gasanschläge auf die U-Bahn in Tokio im Jahr 1995 zum Tode verurteilt.

Verurteilte kennen Vollstreckungszeitpunkt nicht

Menschenrechtsaktivisten prangern seit Jahren den Umgang mit Hinrichtungen sowie die Haftbedingungen in Japan an. Zum Tode Verurteilte warten in Japan manchmal Jahrzehnte auf ihre Hinrichtung. Als besonders grausam kritisieren Menschenrechtler wie auch ausländische Regierungen, dass den Todeskandidaten in Japan der Zeitpunkt ihrer Hinrichtung durch Erhängen nicht mitgeteilt wird. Wenn dann schließlich der Exekutionsbefehl vom Justizministerium eintrifft, haben die meisten nur noch wenige Stunden zu leben.

Die Juristenvereinigung des ostasiatischen Landes sprach sich im vergangenen Jahr erstmals für die Abschaffung der Todesstrafe, die in Japan durch den Strang vollstreckt wird, bis 2020 aus. In dem Jahr wird Japan Gastgeber der Olympischen Spiele in Tokio sein.

Quelle: n-tv.de, cri/dpa

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