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Huthis sprechen von "Hochverrat" Jemens Ex-Präsident wechselt Seiten

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Erst Verbündete, dann Feinde: In Sanaa kämpfen Anhänger von Saleh gegen Huthi-Rebellen.

(Foto: REUTERS)

Im Jemen-Konflikt bricht der frühere Präsident Saleh mit seinen Verbündeten, den Huthis. In einer Fernsehansprache begründet er diesen Schritt. Die bisherigen Partner kämpfen nun in der Hauptstadt Sanaa um die Vorherrschaft.

Im Bürgerkriegsland Jemen droht eine neue Front. Die Allianz der vom Iran unterstützten Rebellen ist zerbrochen: Am Samstag scherte der einflussreiche frühere Präsident Ali Abdullah Saleh aus dem Bündnis mit den Huthi-Rebellen aus und erklärte sich zu Gesprächen mit der gegnerischen, von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition bereit. Die Huthis warfen Saleh daraufhin "Hochverrat" vor. In der Hauptstadt Sanaa lieferten sich bewaffnete Gruppen am Samstag heftige Kämpfe.

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Ali Abdullah Saleh.

(Foto: REUTERS)

Mit seinem Seitenwechsel will Saleh nach eigenen Angaben eine Aufhebung der Blockade erreichen, mit der die saudisch dominierte Militärkoalition das Land belegt hat. "Ich rufe unsere Brüder in den Nachbarländern auf, ihre Aggression zu stoppen und die Blockade aufzuheben, und wir werden das Blatt wenden", sagte Saleh in einer Fernsehansprache.

Die von Riad angeführte Koalition begrüßte Salehs Gesprächsangebot. Salehs Gruppierung habe sich entschieden, "die Führung zu übernehmen", hieß es in einer Meldung der staatlichen saudi-arabischen Nachrichtenagentur SPA. Saleh werde dazu beitragen, den Jemen von den Iran-treuen Milizen zu "befreien".

Huthi-Rebellen sprechen von "Putsch"

Der Bürgerkrieg im Jemen wird durch die rivalisierenden Regionalmächte Iran und Saudi-Arabien befeuert, die in dem Land gegnerische Gruppen unterstützen.

Salehs bisheriger Bündnispartner, die Huthi-Rebellen, reagierten erbost auf den Seitenwechsel. Er werde Saleh und Saudi-Arabien nun "als eine Front" ansehen, erklärte Huthi-Chef Abdul Malik al-Huthi. Er warf Saleh "Hochverrat" vor. Ein Huthi-Sprecher hatte Salehs Schritt zuvor bereits als "Putsch gegen unsere Allianz und Partnerschaft" verurteilt.

Kämpfe in Sanaa

Das Bündnis zwischen den Anhängern Salehs und den vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen hatte zuvor bereits Risse bekommen, was Ängste vor einer neuen mächtigen Front in dem blutigen Konflikt schürte. Am Samstag gab es in Sanaa den vierten Tag in Folge bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen den bislang verbündeten Rebellengruppen. Nach Angaben der Huthis starben dabei mindestens 40 Kämpfer.

Laut Augenzeugen lieferten sich bewaffnete Gruppierungen Kämpfe um strategisch wichtige Posten wie den Flughafen und Ministerien. Die Straßen waren am Samstagabend menschenleer. Ein Bewohner beschrieb Sanaa als "Geisterstadt".

Verschärft wird die schwere humanitäre Krise in dem Bürgerkriegsland durch eine Blockade, die das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis Anfang November nach dem Abschuss einer Rakete auf den Flughafen der saudiarabischen Hauptstadt Riad verhängt hatte. Die Rakete war von Saudi-Arabien abgefangen und zerstört worden.

UN-Vertreter: Acht Millionen Menschen droht Hungertod

Mehrere UN-Organisationen riefen nun in einer gemeinsamen Erklärung dazu auf, die Blockade zu beenden. Sie verlangten den Zugang zu allen am Roten Meer gelegenen jemenitischen Häfen sowie den freien Verkehr humanitärer und kommerzieller Güter. 14 Schiffe mit Treibstoff und Lebensmitteln an Bord warteten demnach auf eine Einfuhrerlaubnis.

Mehr als acht Millionen Menschen könnten ohne direkte Hilfe verhungern, warnten die UN-Vertreter unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk Unicef. Die UN-Vertreter erklärten, ein Team nach Riad zu schicken, das dort mit der Militärkoalition sowie mit der Regierung des Landes sprechen soll.

Im Jemen kämpfen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen und die bislang mit ihnen verbündeten Militäreinheiten des gestürzten Staatschefs Saleh seit 2014 gegen Truppen des nach Saudi-Arabien geflohenen sunnitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi. 2015 griff ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis zugunsten von Hadi in den Konflikt ein. Seitdem wurden mehr als 8750 Menschen getötet.

Quelle: n-tv.de, hul/AFP

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