Politik

"So viele Sachen schwirren im Kopf" Jetzt patzt auch Cain

2011-11-14T042839Z_01_PXP703_RTRMDNP_3_CAMPAIGN-OPPORESEARCH.JPG8500323764513971911.jpg

Cain ist in Sachen Außenpolitik nicht so firm.

(Foto: REUTERS)

"Was haben Sie mich speziell gefragt", sagt der republikanische Präsidentschaftsbewerber Cain nach Minuten des Stotterns und Schweigens. Die Frage zur Libyen-Politik von US-Präsident Obama bringt ihn völlig aus dem Konzept - und wirft ein Schlaglicht auf seine außenpolitischen Kenntnisse.

Wieder ist ein republikanischer Präsidentschaftsbewerber in den USA vor laufenden Kameras über eine politische Frage gestolpert. Herman Cain, derzeit im parteiinternen Rennen um die Spitzenkandidatur ganz oben, geriet schwer ins Stolpern, als er in einem Interview des "Milwaukee Journal Sentinel" nach seiner Meinung zur Libyen-Politik von Präsident Barack Obama gefragt wurde.

Erst in der vergangenen Woche Perry wieder Lachnummer : Ihm fiel eine von drei Behörden nicht ein, die er nach eigenen Angaben im Fall eines Präsidentschaftssieges abschaffen würde.

Cains Patzer zog sich über gut fünf peinliche Minuten hin: Der ehemalige Chef einer Pizzakette stotterte vor sich hin, pausierte qualvoll lange, blickte ratlos an die Decke und schob nervös eine Wasserflasche hin und her.

"Ich muss noch mal von vorne anfangen"

Es begann mit der Frage: "Stimmen Sie mit Präsident Barack Obama bei Libyen überein?" Die Antwort war zunächst Schweigen, dann sagte Cain lediglich: "Okay, Libyen." Danach herrschte wieder Funkstille, dann hakte Cain anscheinend hilflos nach: "Präsident Obama hat den Aufstand unterstützt, das stimmt doch so? Präsident Obama hat den Rücktritt Gaddafis gefordert? Ich will nur sichergehen, dass wir über dasselbe sprechen, bevor ich sage, ja, ich stimme zu, oder nein, ich habe nicht zugestimmt."

31cf2626.jpg841039808610562272.jpg

Aber da geht es ihm nicht anders als vielen US-Bürgern.

(Foto: dpa)

Dann ein neuer Anlauf: Er lehne Obamas Ansatz in Sachen Libyen "aus folgenden Gründen" ab, sagte Cain, nannte dann aber die Gründe nicht, sondern änderte seinen Kurs. "Nein, das ist etwas anderes", sagte er. "Ich muss noch mal von vorne anfangen ... Mir schwirren so viele Sachen im Kopf herum." Dann fragte er sicherheitshalber noch mal nach: "Was haben Sie mich speziell gefragt, was unterstütze ich oder was unterstütze ich nicht?" Klar wurde Cains Position in dem Interview nicht.

Berater sollen helfen

Experten haben bereits seit Längerem die Frage aufgeworfen, wie groß Cains Republikaner für Iran-Militärschlag sind. So schien er kürzlich in einem Interview des Senders PBS ahnungslos, als er sich zu Chinas Nuklearprogramm äußern sollte. Cain selbst hat im Wahlkampf wiederholt betont, er würde sich im Fall eines Wahlsieges im Wesentlichen darauf stützen, dass Berater ihn über alle Fakten informierten. Das wiederholte er der "New York Times" zufolge auch in dem Interview des "Milwaukee Journal Sentinel" am Montag. "Manche Leute mögen sagen, "nun, als Präsident solltest du alles wissen"", sagte Cain demnach. "Nein, du musst es nicht."

Cain liegt knapp zwei Monate vor Beginn der US-Vorwahlen in vielen Umfragen Kopf an Kopf mit Mitt Romney, dem Exgouverneur von Massachusetts. Vier Frauen haben ihm vorgeworfen, sie in den neunziger Jahren Cain weist alles von sich . Das hat ihm aber anscheinend bisher nicht geschadet.

Quelle: n-tv.de, dpa

Mehr zum Thema