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Ex-US-Vizepräsident kandidiert Joe Biden will 2020 gegen Trump antreten

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Das andere Amerika: Joe Biden bei einem Auftritt vergangene Woche in Boston.

(Foto: picture alliance/dpa)

US-Präsident Trump muss bei der Wahl im kommenden Jahr mit einem weiteren Herausforderer rechnen: Obamas früherer Vize Joe Biden steigt ins Rennen zur US-Präsidentschaftswahl 2020 ein. In einem Video verkündet der Kandidat der Demokraten offiziell seine Bewerbung.

Der frühere US-Vizepräsident Joe Biden will im Präsidentschaftswahlkampf 2020 auf der Seite der Demokraten antreten. In einem Video-Beitrag begründete der 76-Jährige seine Entscheidung unter anderem mit den "Grundwerten dieser Nation", dem "Ruf der USA in der Welt" und mit dem Fortbestand der "US-Demokratie selbst".

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Alles, was Amerika ausmache", stünde bei der anstehenden Präsidentschaftswahl "auf dem Spiel", erklärte er. "Deshalb kündige ich heute meine Kandidatur als Präsident der Vereinigten Staaten an."

Mit der politischen Verantwortung an der Spitze der US-Regierung ist Biden bestens vertraut. Als zweiter Mann hinter US-Präsident Barack Obama war er in den Jahren von 2009 bis 2017 für zwei volle Amtszeiten als Vize-Präsident im Weißen Haus in die Abläufe der US-Politik eingebunden.

Bewerbung im Lager der Demokraten

Überraschend kommt seine Bewerbung ums Präsidentenamt nicht: Über eine mögliche Kandidatur Bidens wurde bereits seit Monaten spekuliert. Ob sich der erfahrene und landesweit bekannte Spitzenpolitiker im Herbst 2020 für die Demokraten jedoch tatsächlich zur Wahl stellen kann, steht trotz seiner nun offen bekundeten Bereitschaft noch lange nicht fest.

Zuvor müssen sich die Wähler in einem parteiinternen Auswahlverfahren für die aus ihrer Sicht aussichtsreichste Persönlichkeit entscheiden. Die sogenannten Vorwahlen ("Primaries"), bei denen die Demokraten ihren Kandidaten für die eigentliche Präsidentschaftswahl im November 2020 festlegen, beginnen erst in rund einem Jahr.

Eine ganze Reihe an Bewerbern hat dazu bereits den Hut in den Ring geworfen: Dazu gehören unter anderem die Senatorinnen Elizabeth Warren, Kamala Harris und Amy Klobuchar sowie der Ex-Kongressabgeordnete Beto O'Rourke, der im vergangenen Jahr im Rennen um einen Senatssitz viel Schlagzeilen gemacht hatte. Insgesamt umfasst das Bewerberfeld mittlerweile fast 20 Namen.

Auch der unabhängige Senator Bernie Sanders, der bereits 2016 bei den demokratischen Vorwahlen angetreten war und damals Hillary Clinton unterlag, will einen weiteren Versuch starten. Als durchaus chancenreich gilt auch der offen homosexuelle US-Politiker Pete Buttigieg. Der frühere Leutnant der US-Navy und derzeitige Bürgermeister von South Bend im US-Bundesstaat Indiana genießt vor allem unter jüngeren Wählern hohes Ansehen.

Wahlchancen in Gefahr

Wie groß Bidens Chancen auf einen Wahlerfolg sind, ist damit noch vollkommen offen. In den vergangenen Wochen sah sich Biden zudem mit Anschuldigungen mehrerer Frauen konfrontiert, die ihm übergriffiges Verhalten vorwarfen. Der US-Politiker soll in der Vergangenheit durch ungebetene körperliche Nähe oder ungewollte Liebkosungen wie etwa ein Tätscheln des Oberschenkels oder einen Kuss auf den Hinterkopf aufgefallen sein.

Das Aufsehen in der US-Öffentlichkeit war immerhin so groß, dass sich Biden zu einer öffentlichen Stellungnahme gezwungen sah, in der er Besserung gelobte. Der bisherige Amtsinhaber Donald Trump nutzte die Vorwürfe wiederum für einen eigenen spitzen Video-Kommentar, in dem er Biden höhnisch zurück auf der politischen Bühne begrüßte. Beobachter werteten dies als Hinweis darauf, dass Trump Biden durchaus als ernstzunehmenden Herausforderer einschätzt.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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