Politik

NRW-Maskendeal mit Beigeschmack "Joe" Laschet wehrt jeden Verdacht ab

9924b5aee0ea74c23b2507c8986645f1.jpg

"Joe" Laschet wollte seinem Vater in der Pandemie-Not nur helfen.

(Foto: dpa)

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet verteidigt das Masken-Geschäft mit van Laack und ist wütend auf die Landes-SPD. Die hatte die Vermittlung des Geschäfts über Laschets Sohn ins Visier genommen. Der habe einfach geholfen - ohne jeden Lohn, erklärt Armin Laschet.

In der Debatte um eine Masken- und Kittel-Bestellung der Landesregierung bei der Mode-Firma van Laack hat sich nun auch Johannes "Joe" Laschet erstmals zu Wort gemeldet: "Selbstverständlich habe ich keinen Cent, keinen Vorteil und keine Provision erhalten", schrieb der Sohn von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, CDU, bei Instagram.

Bei der Suche nach Masken und Produzenten zu Beginn der Corona-Krise habe er seinem Vater den Kontakt eines "Inhabers weitergegeben, mit dem ich bekanntlich schon lange zusammenarbeite", schrieb Joe Laschet - ohne den Namen van Laack zu erwähnen. "Zweck war, dass Krankenhäuser, Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger fehlende Schutzkleidung bekommen konnten", so der Influencer, der bei Instagram knapp 92.000 Abonnenten hat: "Es ging nicht um persönliche Vorteile, sondern um effektive Hilfe."

Van-Laack-Inhaber Christian von Daniels hatte am Wochenende in der "Rheinischen Post" publik gemacht, dass sein Werbe-Partner "Joe" den Kontakt zum Ministerpräsidenten hergestellt hatte. Im Frühjahr hatte die Firma aus Mönchengladbach einen Auftrag des Landes über 38,5 Millionen Euro bekommen. Die NRW-Polizei orderte später zweimal 1,25 Millionen Masken für insgesamt vier Millionen Euro. Zu Stern.de sagte Daniels, dass Influencer Laschet im abgelaufenen Geschäftsjahr 6358 Euro bei Van Laack verdient habe. Im Vorjahr seien es 4817,98 Euro gewesen. Die Kleidungstücke, die Laschet bei Instagram zeigt, bekomme er leihweise.

"Influencer-Marketing in der Staatskanzlei"

Die SPD-Fraktion im Landtag witterte "Influencer-Marketing in der Staatskanzlei" und will über eine Kleine Anfrage im Landtag wissen, was da los war. Der Bundesvorsitzende Norbert Walter-Borjans sieht einen "Beigeschmack" bei dem Millionen-Auftrag. "Es gibt in der Politik ganz wichtige Stilfragen." Selbst wenn es um die unbürokratische Beschaffung von Masken oder OP-Kitteln gehe, sollte es keinen Beigeschmack geben. "Das ist offenbar an dieser Stelle nicht ganz gelungen."

Ministerpräsident Laschet warf der SPD Diffamierung vor. "Ich halte die Unterstellungen der SPD für schäbig und unanständig", sagte er in einer Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn,CDU, in Düsseldorf. Bei der NRW-SPD gehöre "Diffamieren zum Stilmittel", sagte Laschet. "Aber die neue Qualität jetzt ist, dass es über meine Person hinaus in meine Familie hineingeht, ohne jede Rücksichtnahme. Ich weise das entschieden zurück."

Zu Beginn der Pandemie habe es nicht genügend Masken und Schutzkittel gegeben, betonte Laschet. Die Landesregierung habe verzweifelt seriöse Angebote möglichst aus NRW gesucht und jeden gefragt. Natürlich habe er auch seinen Sohn gefragt, der sich in der Textilindustrie auskenne, so Laschet.

Quelle: ntv.de, tno/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.