Politik

Vor TV-Duell mit Labour-Chef Johnson steigt in den Boxring

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Im Ring mit sich allein: der britische Premier Johnson läuft sich fürs TV-Duell mit dem Labour-Chef warm.

(Foto: REUTERS)

Böse Zungen könnten einwenden, dass ein Boxkampf ohne Gegner keine große Kunst ist. Doch der britische Premier Johnson nutzt den Ring vor allem, um sich für das TV-Duell mit seinem Labour-Rivalen Corbyn warmzutänzeln. Worum es dabei gehen wird? Kein Spoiler: Um den Brexit.

Kurz vor der Fernsehdebatte zwischen dem britischen Premierminister Boris Johnson und Oppositionsführer Jeremy Corbyn hat sich der amtierende Regierungschef Johnson bei einem öffentlichkeitswirksamen Auftritt kämpferisch gezeigt. Beim Besuch einer Boxhalle in der Nähe von Manchester stieg der 55-Jährige mit "Get Brexit Done"-Handschuhen in den Boxring und sagte dem Fernsehsender ITV, er freue sich auf den Schlagabtausch mit seinem Rivalen Corbyn.

"Das Parlament blockiert den Brexit, wir müssen den Brexit durchziehen, damit wir unsere Pläne für das ganze Land vorantreiben können", sagte Johnson. Zuvor hatte er in einem an Corbyn gerichteten Brief die Brexit-Pläne seines Rivalen zurückgewiesen. Mit einem neuen Referendum würde Corbyn den Briten nur weiterhin "Zaudern und Aufschub" anbieten.

Johnson, der mit dem Wahlkampfslogan "Get Brexit Done" durchs Land zieht, wirbt mit dem Versprechen, Großbritannien am 31. Januar aus der EU zu führen. Corbyn hingegen will das von Johnson vorgeschlagene Austrittsabkommen neu verhandeln und ein neues Brexit-Referendum in Großbritannien abhalten. Der Vizechef der Labour-Partei, John McDonnell, kritisierte Johnson für seine bisherige Sozial- und Arbeitspolitik. "Wir wissen, auf wessen Seite Boris Johnson steht - auf der Seite von Milliardären, Bankern und großen Business-Leuten", erklärte er.

Der Ausgang der vorgezogenen Parlamentswahl am 12. Dezember ist Experten zufolge ungewiss. Laut einer Umfrage von Britain Elects kämen die Tories derzeit auf knapp 38 Prozent der Stimmen, Labour auf gut 28 Prozent. Die Zustimmung für die Brexit-Partei liegt demnach bei knapp neun Prozent.

Rund vier Wochen vor der Parlamentswahl in Großbritannien kommen die zwei Politiker am Abend zur ersten TV-Debatte des Wahlkampfes zusammen. Bei der live übertragenen TV-Debatte werden den Politikern von den Zuschauern Fragen gestellt. Das Format wurde von kleineren Parteien in Frage gestellt - die schottische Nationalpartei sowie die Liberaldemokraten hatten vor Gericht gegen ihren Ausschluss von der Debatte geklagt. Der Oberste Gerichtshof wies ihre Klage jedoch zurück.

Quelle: n-tv.de, mau/AFP