Politik

Gesetz soll Lücke schließen Junge Frau fordert Strafen für Upskirting

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Wer Frauen unter Röcke fotografiert, muss in England und Wales schon mit bis zu zwei Jahren Gefängnis rechnen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bislang ist das heimliche Fotografieren unter Röcke und Kleider in Deutschland nicht strafbar. Das will eine 28-Jährige jetzt ändern. Sie selbst ist Opfer des sogenannten Upskirtings geworden und wirbt jetzt bei Baden-Württembergs Justizminister dafür, solche Aufnahmen künftig unter Strafe zu stellen.

Die 28-jährige Hanna Seidel hat eine Online-Petition gestartet, um das sogenannte Upskirting strafbar zu machen und ihrem Anliegen nun auch an hoher Stelle in der Politik Gehör verschafft. Bislang unterschrieben mehr als 79.000 Menschen die Petition für ein Verbot des heimlichen Fotografierens unter Röcke und Kleider. Am heutigen Freitag traf Seidel nun Baden-Württembergs Justizminister Guido Wolf in Stuttgart. Das Gespräch habe ihn überzeugt, dass Upskirting als sexuelle Belästigung zu bewerten und entsprechend unter Strafe zu stellen sei.

Bislang sind solche Aufnahmen in der Regel nicht strafbar - es sei denn, das Opfer hält sich in einer Wohnung auf und die Aufnahmen verletzen den höchstpersönlichen Lebensbereich. Eine Möglichkeit, die Gesetzeslücke zu schließen, wäre eine Erweiterung des Gesetzes zu Bildaufnahmen in höchstpersönlichen Lebensbereichen - das war die ursprüngliche Idee des baden-württembergischen Justizministers gewesen, von der er nach dem Gespräch mit Seidel abrückte. Es gehe "nicht nur um den Aspekt der Bildaufnahme selbst", erklärte Wolf. "Sondern auch darum, unter Strafe zu stellen, was ein Mensch, der solche Bildaufnahmen fertigt, anschließend mit diesen Bildaufnahmen erzeugen will."

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Hanna Seidel (l.) und Ida Marie Sassenberg (r.), Initiatorinnen der Petition "Verbietet #Upskirting in Deutschland", stehen während eines Fototermins bei einer Pressekonferenz mit Guido Wolf.

(Foto: picture alliance/dpa)

Hanna Seidel war 16, als ein Mann ihr bei einem Festival die Kamera unter den Rock hielt. Was macht dieser Mann nun damit - die Frage habe sie schwer belastet: "Verbreitet er die Bildaufnahmen weiter? Wie viele Männer befriedigen sich mit einem Foto von meinem Intimbereich?" Zusammen mit der 26 Jahre alten Ida Marie Sassenberg startete Seidel die Petition. Anlass war eine Gesetzesänderung in England und Wales im April. Wer Frauen unter Röcke fotografiert, muss dort künftig mit bis zu zwei Jahren Gefängnis rechnen.

Derzeit arbeiten die Justizminister in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg an einem Gesetzentwurf für eine Bundesratsinitiative, um die Gesetzeslücke zu schließen. Auch Schleswig-Holstein will sich an der Bundesratsinitiative beteiligen. Weil Upskirting bislang kein Straftatbestand ist, hat das baden-württembergische Ministerium auch keine Fallzahlen. Die Initiatorinnen der Petition haben mit vielen Opfern gesprochen, diese seien in der Schule, am Arbeitsplatz, in der S-Bahn, auf Konzerten oder im Supermarkt belästigt worden. Auch Männer in Kilts, den typischen schottischen Röcken, seien unter den Opfern - und Frauen unter den Tätern.

Quelle: n-tv.de, jki/dpa

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