Politik

Putschisten übernehmen Macht Junta-Chef flieht aus Burkina Faso

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Ibrahim Traoré ist der neue, selbsternannte Machthaber von Burkina Faso.

(Foto: picture alliance / AA)

Erst im Januar stürzen Putschisten die Regierung in Burkina Faso. Wenige Monate später kommt es im westafrikanischen Land zu einem weiteren Umsturz. Während der Chef der bisherigen Junta ins Ausland flieht, kündigt der neue Machthaber an, den Kampf gegen die Dschihadisten "neu beleben" zu wollen.

Der nach dem Putsch im westafrikanischen Burkina Faso abgesetzte Chef der Militärjunta, Paul-Henri Sandaogo Damiba, ist Diplomatenkreisen zufolge ins Nachbarland Togo geflohen. Zuvor habe "Damiba selbst seinen Rücktritt angeboten, um Konfrontationen mit schwerwiegenden Folgen zu vermeiden", erklärten führende Religions- und Kommunenvertreter des Landes. Der neue selbsternannte Machthaber Ibrahim Traoré gab bekannt, er habe die Unterstützung der Armeechefs erhalten, um den Kampf gegen die Dschihadisten "neu zu beleben".

In einer Erklärung begrüßte die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas, dass die verschiedenen Akteure im burkinischen Drama "eine friedliche Beilegung ihrer Differenzen" akzeptiert hätten. Eine Ecowas-Delegation werde am Montag nach Ouagadougou reisen, hieß es in der Erklärung weiter.

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Nachdem eine Gruppe von Militärs unter der Führung von Traoré am Freitagabend die Absetzung von Damiba - der selbst im Januar durch einen Putsch an die Macht gekommen war - verkündet hatte, kam es in Burkina Faso zu Spannungen und Protesten gegen französische Einrichtungen. Die Putschisten warfen Damiba vor, "eine Gegenoffensive" von einer französischen Militärbasis aus zu planen. In Onlinenetzwerken kursierten Gerüchte, Frankreich gewähre Damiba Schutz. Mehrere Dutzend Unterstützer des neuen Junta-Chefs hatten am Sonntag die französische Botschaft in der Hauptstadt Ouagadougou mit Steinen beworfen und Barrieren vor dem Gebäude in Brand gesteckt. Auch am Samstag hatte es einen Brand vor der Botschaft und einen Angriff auf das Institut français in Ouagadougou gegeben.

Der Gestürzte hatte trotz der gegen ihn gerichteten Demonstrationen zunächst erklärt, dass er sich nicht zurückziehen wolle. Als Begründung für den Putsch nannten die Rebellen "die kontinuierliche Verschlechterung der Sicherheitslage" im Land. Damiba hatte bei seinem Machtantritt versprochen, die Sicherheit im seit Jahren von Angriffen durch Dschihadisten erschütterten Land zu seiner Priorität zu machen. Seine Regierung konnte die Lage im Land allerdings nicht beruhigen.

Quelle: ntv.de, uzh/AFP

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