Politik

Nach Rücktritt von Gabbard"Kampfhund" Bill Pulte ist Trumps neuer Geheimdienstchef

02.06.2026, 19:19 Uhr
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Pultes Karriere konzentrierte sich bislang vor allem auf Finanzen und Wohnungsbau. (Foto: AP)

Nach dem überraschenden Rücktritt von Tulsi Gabbard setzt Donald Trump auf einen engen Vertrauten an der Spitze der US-Geheimdienste. Der Immobilienunternehmer Bill Pulte soll vorläufig die Geschäfte leiten. Medien bezeichnen ihn als "Kampfhund" des Präsidenten.

Gut zehn Tage nach dem Rücktritt von US-Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard hat Präsident Donald Trump seinen Vertrauten Bill Pulte vorläufig zum Nachfolger ernannt. Der 38-jährige Immobilienunternehmer habe "umfassende Erfahrung im Umgang mit den sensibelsten Angelegenheiten in Amerika, der Sicherheit und Stabilität der Märkte", schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Er soll die 18 US-Geheimdienste leiten, bis ein ständiger Amtsinhaber ernannt ist.

Trotz seiner neuen Rolle behält Pulte nach Angaben des Präsidenten seine bisherigen Posten. Er ist seit Trumps erneutem Amtsantritt vor gut 16 Monaten Vorsitzender der Bundesaufsicht für Immobilienkredite (Federal Housing Finance Agency, FHFA), die 2008 nach der Hypothekenkrise in den USA gegründet worden war. Zudem steht Pulte weiterhin den staatlichen Hypothekenfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac vor.

Einige US-Medien bezeichnen Pulte als "Kampfhund" des Präsidenten. Er ist bekannt dafür, Trumps politische Gegner öffentlich anzugreifen. Er hatte unter anderem die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James des Betrugs mit Hypothekenanträgen beschuldigt, nachdem sie gegen Trump ermittelt hatte. Ähnliche Betrugsvorwürfe erhob Pulte gegen die Gouverneurin der US-Notenbank Fed, Lisa Cook, deren Entlassung Trump betrieben hatte. Trump überzieht seine Widersacher wie kein Präsident vor ihm mit juristischen Verfahren.

Die bisherige Geheimdienstdirektorin Gabbard hatte ihren Rücktritt am 22. Mai mit einer Krebserkrankung ihres Mannes begründet. Zudem waren Zweifel an ihrer Loyalität gegenüber Trump im Iran-Krieg laut geworden. Gabbard war bereits die vierte Frau, die binnen Monaten aus Trumps Kabinett ausschied.

Pultes Karriere konzentrierte sich bislang vor allem auf Finanzen und Wohnungsbau, er verfügt über wenig Erfahrung im Bereich nationale Sicherheit. Als amtierender Direktor muss er nicht vom Senat bestätigt werden. Er kann 210 Tage im Amt bleiben. Obwohl Pulte Trump nahesteht, geriet er mit einigen Beratern des Präsidenten aneinander, darunter Finanzminister Scott Bessent. Im vergangenen Jahr war Bessent so wütend auf Pulte, dass er ihm laut Wall Street Journal drohte, ihm "ins verdammte Gesicht zu schlagen". Bessent hatte gehört, dass Pulte schlecht über ihn bei Trump gesprochen hatte.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP/DJ

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