Politik

Trumps wilde Spekulationen Kann man Menschen Desinfektionsmittel spritzen?

Desinfektionsmittel zur Bekämpfung des Coronavirus? Um den Erreger von Oberflächen zu entfernen, ist das durchaus hilfreich. US-Präsident Trump sinniert dagegen auch über das Spritzen solcher Substanzen - eine von Experten als abwegig und gefährlich bewertete Idee.

US-Präsident Donald Trump hat Forscher ermuntert, im Kampf gegen das neuartige Coronavirus zu prüfen, Menschen direkt Desinfektionsmittel zu spritzen. Trump sagte vor Journalisten, es wäre "interessant", das zu prüfen. Unmittelbar vorher hatte bei der Pressekonferenz ein Regierungsexperte erklärt, dass Bleich- und Desinfektionsmittel den Erreger Sars-Cov-2 zum Beispiel auf trockenen metallischen Flächen wie einer Türklinke rasch abtöteten.

"Gibt es einen Weg, wie wir so etwas machen könnten - durch Spritzen oder fast Säubern ... wäre interessant, das zu prüfen", so Trump. Das müsste man natürlich den Ärzten überlassen, fügte er hinzu. "Aber es klingt für mich interessant."

Es gibt jedoch bislang keine nachweislich wirksamen Medikamente oder Techniken, die den Erreger in infizierten Patienten ausschalten können. Das Injizieren von Desinfektionsmittel wird von Medizinern als lebensgefährlich eingeschätzt. Auch US-Regierungsbehörden sahen sich zu einer raschen Warnung gezwungen.

"Nehmen wir mal an ..."

Der Experte der Regierung hatte auch geschildert, dass sich die Lebensdauer des Erregers bei direkter Bestrahlung mit Sonnenlicht dramatisch verkürzt. Auch das nutzte Trump, um über mögliche Coronavirus-Therapieansätze zu spekulieren: "Nehmen wir mal an, wir behandeln den Körper mit einer enormen Menge, entweder ultraviolettes oder einfach starkes Licht", sagte Trump.

Dann spekulierte er weiter: "Mal angenommen, man könnte das Licht in den Körper bringen, was man durch die Haut oder auf andere Weise tun kann", sagte er weiter und fügte hinzu, die Forscher wollten wohl auch diese Möglichkeit prüfen. "Das ist ziemlich gewaltig", sagte Trump weiter.

Mit seinen Vorschlägen handelte sich Trump Spott ein. Sein voraussichtlicher Herausforderer bei der Präsidentschaftswahl im November, der Demokrat Joe Biden, etwa schrieb auf Twitter: "UV-Licht? Desinfektionsmittel injizieren?" Trump solle sich lieber um mehr Corona-Tests und Schutzausrüstung für tatsächliche Mitarbeiter aus dem Gesundheitssystem kümmern.

Quelle: ntv.de, bad/dpa