Politik

"Werden viel Impfstoff haben" Kanzleramt: Impfangebot für alle im Juli

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Bislang haben nur diejenigen Impfeinladungen erhalten, die einer Prioritätsgruppe angehören.

(Foto: picture alliance / Fotostand)

Zuletzt hatte die Bundesregierung versprochen, jedem Erwachsenen bis Ende des Sommers ein Impfangebot zu machen. Kanzleramtschef Braun kündigt dies nun schon für Juli an. Im Hinblick auf Schwangere appelliert er an die "Impfsolidarität" in der Bevölkerung.

Kanzleramtschef Helge Braun geht davon aus, dass bereits im Juli alle Erwachsenen in Deutschland ein Impfangebot erhalten haben werden. Es sei nun klar, "dass wir in den nächsten zwei Monaten sehr viel Impfstoff haben werden, um diese Impfkampagne abzuschließen", sagte der CDU-Politiker im Bundestag. Bisher hatte die Bundesregierung aus Vorsicht wegen teilweise stockender Impfstofflieferungen nur zugesagt, dass alle ein Impfangebot bis Ende des Sommers erhalten.

Zur Diskussion, ob wie in anderen Ländern künftig auch in Deutschland Schwangere eine Corona-Impfung erhalten sollen, sagte Braun, dieses "sensible Thema" könne nicht politisch beantwortet werden, sondern sei Sache der Zulassungsbehörden sowie der Hersteller. Viel wichtiger sei eine "Impfsolidarität" in der Bevölkerung. Unter denen, die sich impfen lassen könnten, müsse eine "ganz, ganz hohe Impfquote" erreicht werden, sagte Braun. Das schütze letztlich auch alle anderen, auch Kinder.

Das Bundeskabinett habe sich mit der Frage beschäftigt, wie man Gruppen besser erreicht, die bisher unterdurchschnittlich von dem Impfangebot Gebrauch gemacht hätten. In diesen Gruppen wolle man stärker gezielter werben, sagte Braun und verwies auf bereits vorhandenes Informationsmaterial in anderen Sprachen und Interviews von Kanzlerin Angel Merkel, die sich an migrantische Gruppen gerichtet hätten. Es sei im Kabinett verabredet worden, dass Gesundheitsminister Jens Spahn und Arbeitsminister Hubertus Heil erneut auf die kommunalen Spitzenverbände zugehen sollten.

Die Maßnahmen der kürzlich in Kraft gesetzten bundesweiten Corona-Notbremse verteidigte Braun erneut als "erforderlich" und "verhältnismäßig". Seitdem sei eine "extrem schnelle Entlastung von den Infektionszahlen" zu beobachten. Die Notbremse sei auch von dem gedeckt, was das Robert-Koch-Institut zur Eindämmung der Krise empfehle. Ziel aller Einschränkungen sei eine Reduzierung der Kontakte, und dies habe sich "in der Praxis bewiesen", fuhr Braun fort. Zudem schaffe die Notbremse Klarheit zur Zuständigkeit von Bund und Ländern. "Von daher hat sie sich bewährt."

Seit über einer Woche sinkt die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland, am Morgen lag sie bei 132,8. Die bundesweite Notbremse war am 24. April in Kraft getreten. Sie wird in Gebieten angezogen, in denen die Inzidenz die Grenze von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern übersteigt. Dann treten Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren in Kraft.

Quelle: ntv.de, chf/dpa/rts

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