Politik

Nach Corona-Shitstorm Karin Prien deaktiviert ihren Twitter-Account

imago0140766241h.jpg

Karin Prien gehörte zu den Politikerinnen, die sehr engagiert auf Twitter diskutieren.

(Foto: imago images/Chris Emil Janßen)

Als Reaktion auf zum Teil beleidigende Angriffe deaktiviert die KMK-Vorsitzende Karin Prien ihren Twitter-Account. Bei dem Streit geht es darum, wie gefährlich Corona für Schulkinder ist und ob die Schulen ausreichend geschützt werden.

Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien hat ihren Twitter-Account stillgelegt, nachdem sie in dem sozialen Netzwerk massiv für Äußerungen zur Corona-Politik angefeindet worden war. "Ich habe meinen Twitter-Account vorläufig deaktiviert", sagte die CDU-Politikerin in einem Statement, das ihr Sprecher veröffentlichte. "Ich nehme mir einige Wochen Zeit, um darüber nachzudenken, ob und wie ich Twitter als Medium weiter zur Kommunikation nutze."

Prien hatte zuvor Lockerungen der Corona-Maßnahmen an Schulen gefordert. In der Talkshow von Markus Lanz sagte sie am vergangenen Donnerstag, Corona sei "keine gefährliche Erkrankung für Fünf- bis Elfjährige". Bei Twitter schrieb eine Nutzerin dazu, insgesamt seien 65 Kinder verstorben. Tatsächlich hat das Robert-Koch-Institut (Stand 9. Februar) 35 Covid-19-Todesfälle bei Kindern im Alter bis 9 Jahren und 30 Todesfälle bei Kindern zwischen 10 und 19 Jahren gezählt, also insgesamt 65.

Prien antwortete in einem Tweet: "Bitte differenzieren: Kinder sterben. Das ist extrem tragisch. Aber sie sterben mit COVID_19 und nur extrem selten wegen COVID_19."

Für diese Antwort gab es eine Vielzahl von scharfen bis beleidigenden Reaktionen. Viele warfen der Politikerin Empathielosigkeit vor und verlangten eine Entschuldigung. Der Hashtag #PrienRuecktritt trendete. Nachdem sie ihren Account deaktiviert hatte, warfen einige User ihr Feigheit vor.

Mehr zum Thema

Prien, die derzeit Vorsitzende der Kultusministerkonferenz (KMK) ist, schrieb in ihrem Statement weiter, bei ihren Terminen im Land erlebe sie "eine andere Kultur". Diese sei "auch kritisch und mit anderen Vorstellungen von den richtigen Lösungen, aber zivilisiert im Umgang und an guten Lösungen interessiert". Gemeint ist offenbar eine andere Diskussionskultur als die auf Twitter.

Der Streit zwischen den Fraktionen, die entweder den Stopp der "Durchseuchung von Kindern" beziehungsweise den Stopp der Corona-Maßnahmen an den Schulen fordern, ist schon seit Monaten unerbittlich. Prien schreibt weiter, wer sie erreichen wolle, "dem oder der stehe ich dazu weiter über viele Wege jederzeit zur Verfügung".

Quelle: ntv.de, hvo/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen