Politik

Zwei Rückzieher in 24 Stunden Kasich gibt auf - Trump ist konkurrenzlos

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John Kasich packt ein: Noch im Laufe des Tages will er seinen Rückzug aus dem Vorwahlkampf offiziell machen.

(Foto: AP)

Nach der erneuten Niederlage gegen Donald Trump bei den Vorwahlen in Indiana kündigt nun auch dessen letzter verbliebener Konkurrent, John Kasich, seinen Rückzug an - damit ist dem US-Milliardär die Kandidatur fürs Weiße Haus praktisch nicht mehr zu nehmen.

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat in nur 24 Stunden seine beiden letzten Konkurrenten aus dem eigenen Lager verloren. Nach Ted Cruz zog auch John Kasich seine Kandidatur zurück. Das meldeten "NBC News" und "CNN" übereinstimmend unter Berufung auf mehrere Quellen aus dem Wahlkampfteam des Politikers. Er wolle dies noch im Tagesverlauf in Columbus, Ohio, verkünden, hieß es. Zuvor hatte Kasich eine für den Morgen (Ortszeit) angekündigte Pressekonferenz abgesagt.

Kasich hatte bis zuletzt an seiner Bewerbung festgehalten, obwohl er im monatelangen Vorwahlrennen nur einen einzigen Staat geholt hatte, seinen Heimatstaat Ohio. Die überraschende Entscheidung kommt einen Tag nach den Vorwahlen in Indiana, bei denen Kasich und Ted Cruz dem US-Milliardär Donald Trump abermals unterlegen gewesen waren. Kasich war mit einer einstelligen Prozentzahl auf dem dritten Platz gelandet.

Der erzkonservative Cruz hatte noch am Wahlabend ebenfalls seinen Rückzug erklärt. "Wir haben alles gegeben, aber die Wähler haben einen anderen Weg gewählt", sagte der Senator von Texas. Für Trump war der K.O.-Schlag sein bisher größter Triumph. Monatelang hatte er seinen größten Widersacher als "lügenden Ted" verunglimpft. Er spottete über das Aussehen von Cruz' Frau, und noch am Morgen der Vorwahl in Indiana brachte er dessen aus Kuba stammenden Vater mit dem Kennedy-Attentäter Lee Harvey Oswald in Verbindung.

Trump muss formale Hürde nehmen

Mit Kasich scheidet nun auch der letzte verbliebene Gegner von Trump aus dem Rennen der Republikaner um die Präsidentschaftskandidatur aus. Damit ist dem Unternehmer die Nominierung auf dem Parteitag im Juni praktisch nicht mehr zu nehmen. Formal muss Trump dennoch die Schwelle von 1237 Delegierten überschreiten, um offizieller Kandidat der Republikaner zu werden.

Seine voraussichtliche Gegnerin hat Trump derweil längst ins Visier genommen, die Demokratin Hillary Clinton. Und dass der 69-Jährige die Ex-Außenministerin weniger skrupellos bekämpfen wird als seine parteiinternen Rivalen, ist nicht zu erwarten. Sie wäre eine "schlechte Präsidentin", hatte er zuletzt erklärt. Zur Rückkehr der früheren First Lady ins Weiße Haus werde es nicht kommen.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/AFP