Politik

Virologe fordert härtere Regeln Kekulé für Wechselunterricht an Schulen

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Vor den anstehenden Bund-Länder-Beratungen geraten die Schulen stärker in den Fokus.

(Foto: picture alliance/dpa)

Kurz vor den nächsten Bund-Länder-Beratungen geraten die Schulen erneut in den Fokus. Neben CSU-Landesgruppenchef Dobrindt plädiert auch der Virologe Kekulé für Klassenteilungen, um das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen. Auch ein früherer Ferienbeginn sollte diskutiert werden, fordert er.

Im Vorfeld der nächsten Bund-Länder-Beratungen über die künftigen Maßnahmen in der Corona-Krise rückt die Lage an den Schulen verstärkt ins Blickfeld. Der Virologe Alexander Kekulé sprach sich in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) dafür aus, dass an allen weiterführenden Schulen die Klassen geteilt werden.

"Beim nächsten Bund-Länder-Treffen am Mittwoch braucht es unbedingt neue Anti-Corona-Beschlüsse", sagte Kekulé der Zeitung. "Dazu sollte gehören, dass an allen weiterführenden Schulen die Klassen sofort geteilt werden und auf Wechselunterricht umgestellt wird." Kitas und Grundschulen sollten hingegen "unter strengster Beobachtung durchgängig geöffnet bleiben", sagte der Virologe weiter. Denn es sei in Studien "hinlänglich bewiesen", dass "Kinder bis zehn, zwölf Jahren das Virus selbst bei einer Ansteckung kaum weitergeben".

Kekulé sprach sich in der "NOZ" auch dafür aus, die außerschulischen Kontakte deutlich zu reduzieren. Ein früherer Beginn der Weihnachtsferien eine Woche vor Heiligabend könne dabei einen wertvollen Puffer schaffen, um bis zum Jahreswechsel zurück in den grünen Bereich zu kommen. "Das große Problem ist nicht der Kontakt im Unterricht selbst, wenn die Schüler Masken tragen, sondern unkontrollierte Treffen nach Schulschluss", sagte er. Dabei werde das Virus massiv verbreitet.

Landeschefs planen gemeinsame Vorlage für Beratungen

Am Mittwoch wollen sich die Länderregierungschefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut mit den Corona-Regeln befassen. Bei den jüngsten Beratungen am Montag war eine Entscheidung über neue Corona-Beschlüsse vertagt worden. Der Bund hatte dabei auch zusätzliche Vorkehrungen in Schulen gefordert, darunter eine Halbierung von Klassen und die Einführung eines Systems des Wechselunterrichts. Die Länder lehnten dies aber ab. Hieran hatte es zuletzt teils scharfe Kritik gegeben, unter anderem von der Bildungsgewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Die Landesregierungschefs wollen sich am Montag auf eine eigene Vorlage für die Beratungen mit Merkel am Mittwoch verständigen.

Das Infektionsgeschehen in den Schulen verstärkt in den Blick zu nehmen, forderte indes auch der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt. "Die Schulen können zum Beispiel auf Wechselunterricht oder Hybridunterricht umstellen", sagte er der "Passauer Neuen Presse". Schüler könnten auch mit besser schützenden FFP2-Masken ausgestattet werden. "Damit wären sie etwa auch in Bus und Bahn noch stärker geschützt." Zu diskutieren sei, ob die Schulferien früher beginnen und später enden sollten. Bisher beginnen sie je nach Land am 19. oder 23. Dezember und enden zwischen dem 3. und 10. Januar.

Auch Kanzleramtschef Helge Braun hatte auf die hohen Infektionsraten bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen hingewiesen. Vor allem in den weiterführenden Schulen müsse "alles getan werden, um die Abstandsregeln einzuhalten", hatte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) gesagt und vorgeschlagen, ältere Schüler vermehrt auch digital zu Hause zu unterrichten.

Trotz möglicher Verschärfungen setzt Braun darauf, dass das Weihnachtsfest im Familienkreis gefeiert werden kann. "Es ist für mich nicht vorstellbar, dass die Großeltern an Weihnachten nicht mitfeiern", sagte er dem RND. "Wichtiger als die Anzahl der Menschen, die zusammenkommen, ist, dass man vorher seine Kontakte reduziert und darauf achtet, dass niemand Symptome hat."

Quelle: ntv.de, jpe/AFP/dpa