Politik
Ein Militärfahrzeug fährt am 2. Juli an einer gesprengten Brücke vorbei am Fluss Kasenny Torez in der Stadt Slowjansk im Osten der Ukraine.
Ein Militärfahrzeug fährt am 2. Juli an einer gesprengten Brücke vorbei am Fluss Kasenny Torez in der Stadt Slowjansk im Osten der Ukraine.(Foto: picture alliance / dpa)
Mittwoch, 15. Juli 2015

Tote auf beiden Seiten: Kiew meldet schwere Kämpfe

Die Waffenruhe in der Ostukraine wird seit Monaten gebrochen. Das Militär und die Rebellen machen sich gegenseitig dafür verantwortlich. Beide Seiten berichten nun von immer heftigeren Gefechten mit mehreren Toten und dem Einsatz verbotener Waffen.

Im Osten der Ukraine haben sich Soldaten und prorussische Separatisten nach Regierungsangaben einige der schwersten Kämpfe seit dem Waffenstillstandsabkommen im Februar geliefert. Drei Soldaten seien durch Artilleriebeschuss der Rebellen umgekommen, fünf hätten bei der Explosion einer Landmine ihr Leben verloren, sagte ein Militärsprecher in Kiew. Bei Gefechten mit Aufständischen seien außerdem 16 Streitkräfte verletzt worden.

Die Rebellen setzten demnach schwere Artilleriegeschosse ein, die nach dem Minsker Abkommen eigentlich aus der Kampfzone abgezogen werden sollten. Laut Kiew handelt es sich bei den jüngsten Opfern um die tödlichste Bilanz des Konflikts seit fünf Wochen. Der Sicherheits- und Verteidigungsrat sprach von einem der "heftigsten Bombardements auf ukrainischem Gebiet seit der Unterzeichnung des Minsker Abkommens".

Die Separatisten warfen ihrerseits dem ukrainischen Militär vor, seine Angriffe zu verstärken. Zwei Kämpfer und ein Zivilist seien getötet, mehrere Menschen verletzt worden, erklärten sie.

Die Armee der Ukraine kämpft im Osten des Landes gegen prorussische Separatisten. Seit April 2014 kamen dabei mehr als 6500 Menschen ums Leben. Das Minsker Abkommen vom Februar hatte mehrere Monate lang zu einer Beruhigung der Lage geführt. Zuletzt waren die Kämpfe aber wieder aufgeflammt.

Neuer Konvoi aus Russland?

Die Nato hilft der Ukraine beim Wiederaufbau ihrer weitgehend maroden Schwarzmeerflotte. Eine Gruppe von Nato-Beratern habe in der Hafenstadt Odessa die Arbeit aufgenommen, teilte das Verteidigungsministerium in Kiew mit. Ziel des Projekts sei die Weiterentwicklung der Seestreitkräfte der Ex-Sowjetrepublik.

Die Delegation besichtigte unter anderem das Flaggschiff der Ukraine, die Fregatte "Getman Sagaidatschny", und das Ausbildungszentrum in Mykolajiw. Durch die russische Einverleibung der Halbinsel Krim vor einem Jahr hat Kiew die wichtigsten Marinestützpunkte verloren.

Russland schickt inzwischen angeblich den 32. Hilfskonvoi in die Ukraine. Sender "Ukraine Today" berichtet von rund hundert Lastwagen. Laut Moskau seien darin mehr als tausend Tonnen Hilfsgüter für die Menschen im Donbass. Dafür gebe es aus Kiew aber keine Erlaubnis.

Quelle: n-tv.de