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Nordkorea-Geheimnisse verraten? Kim Jong Nam arbeitete wohl für die CIA

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Kim Jong Nam wurde im Alter von 45 Jahren an einem Flughafen durch eine Gift-Attacke getötet.

(Foto: picture alliance / JoongAng Sund)

Der Halbbruder des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Un wurde vor zwei Jahren ermordet. Jetzt berichtet das "Wall Street Journal", der 45-Jährige habe mit dem US-Spionagedienst CIA zusammengearbeitet. Die USA sind womöglich nicht das einzige Land, für das Kim Jong Nam Informationen besorgte.

Kim Jong Nam, der getötete Halbbruder von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, war ein Informant der Central Intelligence Agency (CIA). Das berichtet das "Wall Street Journal" (WSJ) unter Berufung auf eine mit dem Vorgang vertraute Person. Mehrmals habe es Treffen zwischen Kim Jong Nam und der US-Spionagebehörde gegeben. Die CIA lehnte einen Kommentar dazu ab.

Der Halbbruder des Diktators Kim Jong Un war im Februar 2017 nach einer Attacke mit einem Nervengift gestorben. Am Flughafen der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur hatten ihm zwei Frauen eine Creme ins Gesicht geschmiert. Erst später stellte sich heraus, dass sie ihn mit einem tödlichen Gift eingerieben hatten. Amerikanische und südkoreanische Ermittler hatten damals die Schuld auf Nordkorea geschoben. Das Land bestreitet allerdings jegliche Zusammenhänge mit der Tat.

Laut "Wall Street Journal" sei über die Beziehung zwischen Kim Jong Nam und der CIA bislang noch vieles unklar. Mehrere ehemalige US-Beamte hätten gesagt, er habe viele Jahre außerhalb Nordkoreas gelebt und war wahrscheinlich nicht in der Lage, Einzelheiten über die Vorgänge in Nordkorea zu liefern. Der Zeitung zufolge gab es schon seit Längerem Spekulationen, dass Kim Jong Nam mit den Sicherheitsdiensten anderer Länder, insbesondere Chinas, in Kontakt gestanden habe. Die Tatsache, dass die CIA Treffen mit dem im Exil lebenden Nordkoreaner vereinbart habe, zeige, wie weit der US-Geheimdienst geht, um Informationen über das abgeschottete Land zu sammeln.

US-Geheimdienstler seien zunächst erleichtert gewesen, als die brisante Interaktion kurz nach Kim Jong Nams Tod nicht aufgedeckt wurde, erklärte der Informant dem "WSJ". Erste Hinweise habe es allerdings schon drei Monate nach seinem Tod, im Mai 2017, gegeben. Damals berichtete die japanische Zeitung "Asahi Shimbun", dass Kim Jong Nam, während er sich in Malaysia aufhielt, einen Mann amerikanisch-koreanischer Abstammung getroffen hatte. Malaysische Beamte vermuteten, dass es sich bei Letzterem um einen US-Geheimdienstmitarbeiter handelte.

Quelle: n-tv.de, joh

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