Politik

Nach Busunglück in Nordkorea Kim Jong Uns Trauer ist "unkontrollierbar"

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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un am Krankenbett einer Überlebenden des Busunglücks.

(Foto: REUTERS)

Bei einem Unfall mit einem Reisebus in Nordkorea sterben am Wochenende 32 chinesische Touristen. Machthaber Kim Jong Un nimmt die Tragödie zum Anlass, seine menschliche Seite zu zeigen und spricht von "bitterem Kummer".

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat seine Trauer über den Tod von 32 chinesischen Touristen und vier Nordkoreanern bei einem Busunglück am Sonntag ausgedrückt. Wie der britische "Guardian" berichtet, besuchte er am Montag erstmals offiziell die chinesische Botschaft, wo er seine "unkontrollierbare Trauer" bekundete.

Der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA zufolge besuchte er auch zwei Überlebende des Unfalls im Krankenhaus. Er wird mit den Worten zitiert, das koreanische Volk betrachte "den tragischen Unfall als sein eigenes Unglück". Er versprach demnach, die Regierung werde alles in ihrer Macht stehende tun, um "den Schmerz der trauernden Familien zu mildern".

Mit dem auch fotografisch dokumentierten Besuch am Krankenbett einer Verletzten gibt Kim sich menschlich. Das britische Blatt wertet dies als Arbeit am Image: Kim zeige sich mit der Geste als Staatsmann, der nicht nur auf dem internationalen Parkett militärisch Stärke demonstrieren, sondern auch Mitgefühl für Opfer von Unglücken ausdrücken kann.

"Großartige Freundschaft" mit China

Schon in der vergangenen Woche habe Kim einen Schritt in Richtung Imageverbesserung unternommen, indem er seiner Frau Ri Sol Ju den Titel der First Lady gab. Zuvor sei sie in den Medien stets "Kameradin" genannt worden. Aktuell intensiviert Nordkorea auch in seine außenpolitischen Aktivitäten: Am Freitag trifft Kim auf den südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In, für den späten Mai oder frühen Juni ist ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump geplant.

Der chinesische Botschafter Li Jinjun dankte Kim Jong Un für seine Beileidsbekundung, wie der "Guardian" die Agentur Yonhap zitiert. Er habe den Besuch als Demonstration der "unverbrüchlichen und großartigen Freundschaft" der beiden Länder bezeichnet. Nach langen Spannungen im Verhältnis mit dem Nachbarland hatte ein Überraschungsbesuch Kims in Peking zuletzt auf Annäherungsbemühungen hingedeutet.

Der Unfall des Reisebusses hatte sich den Angaben zufolge in der nördlichen Hwanghae Provinz ereignet, wo das Fahrzeug von einer Brücke gestürzt war. Das chinesische Gesundheitsministerium hatte umgehend die Entsendung von Ärzten, medizinischer Ausrüstung und Medikamenten für zwei schwer verletzte chinesische Staatsbürger versprochen.

Quelle: n-tv.de, fhe

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