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Brief an Südkoreas Staatschef Kim will erstmals nach Seoul reisen

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Kim und Moon beim Treffen im April in Panmunjom.

(Foto: AP)

Das Tauwetter im Verhältnis zwischen den beiden koreanischen Staaten hält an. Nun plant Nordkoreas Machthaber Kim im neuen Jahr eine Reise in den kapitalistischen Süden. Seinen Kollegen Moon will er "regelmäßig" treffen.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un will im neuen Jahr zum ersten Mal in die südkoreanische Hauptstadt Seoul reisen. Er hoffe 2019 auf "regelmäßige" Treffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In und einen baldigen Besuch in Seoul, schrieb Kim in einem Brief an Moon, wie dessen Sprecher mitteilte. Das Ziel der Gespräche sei die atomare Abrüstung der koreanischen Halbinsel.

Im Zuge der Annäherung zwischen Nord- und Südkorea waren Kim und Moon in diesem Jahr zu drei Gipfeltreffen zusammengekommen. Zwei Treffen fanden im Grenzort Panmunjom statt, das dritte in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang. Dabei sagte Kim einen Gegenbesuch in Seoul zum "nächstmöglichen Zeitpunkt" zu. Dies hatte zu Spekulationen geführt, dass er noch bis Ende des Jahres nach Seoul reisen könnte.

Nach Angaben von Moons Sprecher äußerte Kim in seinem Brief "großes Bedauern" darüber, dass die Seoul-Reise bislang nicht stattfand. Kim habe aber seine Entschlossenheit bekräftigt, nach Seoul zu reisen. Er habe zudem "die Absicht, Moon 2019 häufig zu treffen und die Frage der Denuklearisierung der Halbinsel gemeinsam zu lösen".

Noch immer im Kriegszustand

Moon äußerte sich positiv über Kims Brief. Er begrüße Kims Bereitschaft, "das Problem der Denuklearisierung gemeinsam zu lösen, indem wir uns im kommenden Jahr oft treffen", erklärte der südkoreanische Präsident. Nordkoreas Machthaber habe in dem Brief auch seine "aktive Absicht" geäußert, seine Vereinbarungen mit Südkorea und den USA umzusetzen, fügte Moon hinzu. Einzelheiten nannte er allerdings nicht.

Nord- und Südkorea befinden sich seit dem Korea-Krieg (1950-53) offiziell noch immer im Kriegszustand. Angesichts versöhnlicher Gesten Kims hatten sich die Beziehungen 2018 aber deutlich verbessert.

Kim war im Juni auch zu einem historischen Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump in Singapur zusammengekommen. Dabei willigte der nordkoreanische Machthaber in die "Denuklearisierung" seines Landes ein. Genauere Definitionen, ein Zeitplan oder Kontrollmaßnahmen für den Prozess wurden aber nicht genannt.

Beide Seiten streiten seither über die Auslegung der Vereinbarungen. Die seit Monaten laufenden Vorbereitungen für einen zweiten Gipfel gerieten wiederholt ins Stocken. Trump hatte in der vergangenen Woche erklärt, er freue sich auf sein zweites Gipfeltreffen mit Kim. Nach Angaben der US-Regierung könnte es zu Beginn des kommenden Jahres stattfinden.

Quelle: n-tv.de, wne/AFP

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