Politik

#Dorfkinder auf Twitter Klöckner-Kampagne geht nach hinten los

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Klöckners Kampagne wirbt für das Leben auf dem Land.

(Foto: picture alliance/dpa)

Eine Kampagne von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner unter dem Hashtag #Dorfkinder löst bei Twitter eine ganze Flut von Einträgen aus. Allerdings sind etliche der Reaktionen nicht gerade positiv.

Mit Sprüchen wie "Dorfkinder haben den Dreh raus", "Dorfkinder sind zur Stelle. Da, wo man sie braucht" oder auch "Dorfkinder behalten das ganze Team im Blick" will das Bundeslandwirtschaftsministerium für den ländlichen Raum werben. Ressortchefin Julia Klöckner erntet dafür im Internet aber auch Gegenwind. Wie aus Zahlen des dpa-Monitoringdienstes Buzzrank hervorgeht, bringt es der Hashtag #Dorfkinder von Sonntagabend bis Dienstagnachmittag auf mehr als 29.000 Tweets. Sie kamen von etwa 17.000 Nutzern.

Darunter war allerdings auch einiger Spott über die Kampagne. Darin bezogen sich Twitter-Nutzer zum Beispiel auf schlechte Internetverbindungen auf dem Land, schlechte Busanbindungen oder fehlende Freizeitangebote für Jugendliche.

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Klöckner hatte am Sonntagabend bei Twitter einige Bilder gepostet, darunter zum Beispiel von Kindern bei der freiwilligen Feuerwehr und Jungs mit Fußballtrainer. Dazu schrieb sie den Hashtag #Dorfkinder. Darunter sollen demnach positive Beispiele und neue Ansätze der ländlichen Entwicklung gesammelt werden: "Wir haben allen Grund stolz zu sein auf unsere ländlichen Regionen, aber es bleibt teilweise auch noch einiges zu tun", lautet eine Erklärung auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Klöckner: Kampagne "voller Erfolg"

Tatsächlich bekam der Hashtag in den ersten Tagen einige Aufmerksamkeit, Klöckner sprach auf der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin von einem "vollen Erfolg". Damit solle auf Positives auf dem Land aufmerksam gemacht werden, etwa ein großes ehrenamtliches Engagement. Das habe im Netz auch polarisiert, weil sich manche wohl als Städter angegriffen gefühlt hätten. "Locker machen, hinschauen, was läuft gut, aber auch sagen, was besser werden muss", meinte Klöckner dazu.

Doch die Reaktionen fielen nicht nur so aus, wie Klöckner es sich wünschte. Die Kolumnistin und Autorin Sophie Paßmann schrieb, bei ihr auf dem Dorf habe es einen gegeben, der immer, wenn er besoffen gewesen sei, den Hitler-Gruß gemacht habe. Der Journalist Nils Markwardt twitterte am Montag medienkritisch: "Nummern wie #Dorfkinder sind hier mittlerweile nach 5-6 Stunden komplett durchverhandelt. Wenn jetzt die Redaktionen bis 18 Uhr den abschließenden Debatten-Nachspüressay liefern, können wir hier auch alle pünktlich Feierabend machen. Ich find's 'ne runde Sache."

"Danke für die Aufmerksamkeit, denn darum geht es uns: Die Dörfer ins Gespräch bringen", twitterte das Ministerium mit Blick auf positive und negative Reaktionen. Man wolle Dorfkinder und ehrenamtlich Engagierte unterstützen, "um gemeinsam etwas zu verbessern". Später hieß es noch nach einiger Kritik: "Was wir nicht wollen: Dorf vs. Stadt ausspielen".

Quelle: ntv.de, swa/dpa