Politik

Integrationspläne im Saarland Koalition streitet über IQ-Test für Flüchtlinge

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Saarlands Innenminister Klaus Bouillon.

(Foto: imago/Becker&Bredel)

Im Saarland denkt Innenminister Bouillon von der CDU offen darüber nach, freiwillige IQ-Tests für Flüchtlinge einzuführen - um "die Integration zu beschleunigen". Der Koalitionspartner SPD reagiert mit deutlichen Worten: Eine solche Idee sei "menschenverachtend".

Ein im Saarland geplanter IQ-Test für Flüchtlinge hat eine heftige Debatte unter den Koalitionspartnern CDU und SPD ausgelöst. Mit dem freiwilligen Test will Saar-Innenminister Klaus Bouillon (CDU) Begabungen früh erkennen und die Integration beschleunigen. "Wir wollen ein Modellprojekt starten, mit dem wir über einen Intelligenztest herausfinden können, wo die Talente stecken und in welche Berufsgruppen wir die Flüchtlinge direkt eingliedern oder worin wir sie schulen sollten", sagte der Minister der "Rheinischen Post".

Er rechne damit, zunächst mit 600 bis 700 Freiwilligen beginnen zu können, sagte Bouillon, der momentan auch Vorsitzender der Innenministerkonferenz von Bund und Ländern ist. "Es ist eine Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit und weiteren renommierten Arbeitsmarktexperten geplant", erläuterte er.

"Der Vorschlag ist der völlig falsche Ansatz und nicht von besonderer Intelligenz geprägt", kritisierte die Generalsekretärin der SPD Saar, Petra Berg. Die Forderung schüre massiv Vorurteile und offenbare ein menschenverachtendes und diskriminierendes Menschenbild. "Intelligenz ist zudem nichts Statisches, das man einfach so abfragen kann", sagte sie. Um die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt zu fördern, komme es darauf an, die Integration mit Weitsicht zu organisieren. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) habe dazu viele Maßnahmen ergriffen. Ein solch missglückter Vorschlag gehört zu Recht nicht dazu", sagte Berg.

Quelle: n-tv.de, fma/dpa