Politik

Handgeld bei der Bundeswehr Kommandeure dürfen selber haushalten

106657012.jpg

Hakt es bei der Soldaten-Ausrüstung, soll in Zukunft unbürokratisch Abhilfe geschaffen werden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Für die Truppe ist es oft umständlich und langwierig, über die bundeswehrinterne Beschaffung dringend benötigte Gegenstände zu besorgen. Etwa Handstaubsauger für Panzer. Das soll nun ein Ende haben. Bürokratischen Hürden wird ein Riegel vorgeschoben.

Bundeswehr-Kommandeure sollen kleine Mängel ab sofort in Eigenregie schneller beseitigen können. Das Verteidigungsministerium will bestimmten Angehörigen militärischer Verbände mit einem Handgeld Spielraum für den Kauf von Ersatzteilen und Ausrüstungsgegenständen geben. "Ich bin persönlich der Überzeugung, dass wir auf Ebene der Verbände wieder mehr Entscheidungsfreiheit brauchen", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Thomas Silberhorn, bei einer Tagung der Führungsakademie der Bundeswehr in Berlin. Tausende Vergabeverfahren könnten so hinfällig werden.

Jeder Bataillonskommandeur solle jährlich 25.000 Euro erhalten, hatte das Fachmagazin "Europäische Sicherheit & Technik" Ende Juli berichtet. Nach einem Bericht des "Focus" profitieren 376 Truppenkommandeure von dem Geld. Bisher gab es nur bei der Marine so genannte Handkassen mit oft weniger als tausend Euro.

Aus der Bundeswehr wurde immer wieder beklagt, dass einfachste Ausrüstung und Gebrauchsmaterialien beantragt werden müssten. Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels, hatte in seinem jüngsten Jahresbericht beklagt, ein Bürokratiemonster behindere die Bundeswehr.

"Wir brauchen eine Koalition mit Kommandeuren"

"Wir müssen ein Stück Verantwortung dorthin delegieren, wo geführt wird, und wir müssen auch die nötigen Ressourcen dazu geben", sagte Silberhorn zu den Handkassen. Zentralisierung bei der Beschaffung ermögliche zwar Transparenz und Steuerfähigkeit, müsse aber ausbalanciert werden. "Ich bin persönlich der Meinung, wir brauchen eine Koalition mit den Kommandeuren", sagte Silberhorn. "Ich will, das ist meine politische Vorgabe, zufriedene Soldaten."

Wie der "Focus" schreibt, sei es nun möglich, beispielsweise dringend benötigte Handstaubsauger für Panzer direkt im Baumarkt zu kaufen und nicht mehr den umständlichen und langwierigen Weg über die bundeswehrinterne Beschaffung zu gehen. Das Projekt läuft dem Magazin zufolge zunächst bis Frühjahr 2020 und soll dann evaluiert werden.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/AFP

Mehr zum Thema