Politik

Helge Braun im "ntv Frühstart" Kommen jetzt Ausreisesperren aus Corona-Hotspots?

Die Bundesregierung und die Länder wollen präziser gegen neue Corona-Ausbrüche vorgehen. Dazu sind auch Ausreisesperren aus einzelnen Landkreisen im Gespräch, wie Kanzleramtschef Helge Braun im "ntv Frühstart" sagt.

Kanzleramtschef Helge Braun hat bestätigt, dass zwischen den Chefs der Staatskanzleien der Bundesländer und dem Bundeskanzleramt Gespräche stattfinden, in denen es um ein zielgenaueres Durchgreifen bei regionalen Corona-Ausbrüchen geht. "Wir reden gerade zwischen den Chefs der Staatskanzleien und mir noch mal darüber, wie man dieses Verfahren, wenn ein Hotspot plötzlich auftaucht, noch mal optimieren kann, damit wir sehr präzise und möglichst schnell reagieren", sagte Braun im "ntv Frühstart".

Auch zu möglichen Ausreisebeschränkungen aus betroffenen Landkreisen äußerte sich Braun. "Darüber diskutieren wir als eine Maßnahme, ob das nicht am Ende eine bessere Variante ist, als wenn man am Urlaubsort ankommt, um dann zurückgewiesen zu werden", so Braun.

Konkret werde über die Frage diskutiert, ob es im Falle einer unklaren Infektionssituation nicht sinnvoller sei zu sagen, "es bleiben hier in dieser Region mal alle zu Hause, möglichst präzise gefasst, da wo man auch wirklich Ausbruchssorgen hat, um dann dort so flächig zu testen, dass man nach wenigen Tagen sagen kann, wir haben alle Infektionsketten entdeckt", sagte der CDU-Politiker. Danach könne man wiederum "schnell wieder zur Normalität" übergehen und habe "damit wirklich sehr vollständig die Infektionen erfasst", sagte Braun.

Zuletzt hatten mehr als 1000 positiv getestete Mitarbeiter des Fleischbetriebs Tönnies in Nordrhein-Westfalen zu regionalen Einschränkungen im öffentlichen Leben in den Kreisen Gütersloh und Warendorf geführt. Betroffen waren zeitweise rund 640.000 Einwohner. Mehrere Bundesländer hatten Beherbergungsverbote für Menschen aus beiden Kreisen verhängt. Sie durften nicht in Hotels oder auf Campingplätzen übernachten. Inzwischen sind die Auflagen in beiden Kreisen wieder aufgehoben.

Bund und Länder hatten Anfang Mai in der Corona-Krise vereinbart, dass Beschränkungen erlassen werden, wenn in einem Kreis die Anzahl der Corona-Neuinfektionen den Grenzwert von 50 pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen übersteigt.

Quelle: ntv.de, psa

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