Politik

Irritierender Vergleich Kretschmer attackiert Künstlergruppe ZPS

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Michael Kretschmer vergleicht das "Zentrum für politische Schönheit" und die Identitäre Bewegung.

(Foto: imago images / epd)

Immer wieder sorgt das Künstler-Kollektiv ZPS mit spektakulären Aktionen für Schlagzeilen. Im Zentrum steht dabei zumeist die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus. Nun greift Sachsens Ministerpräsident die Gruppe mit einem missglückten Vergleich an.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat Aktionen der Künstlergruppe "Zentrum für Politische Schönheit" (ZPS) mit denen der rechtsextremen Identitären Bewegung verglichen. "Wenn das 'Zentrum für Politische Schönheit' bestimmte Aktionen macht, ist das Ausdruck der Kunstfreiheit, wenn die Identitären Kreuze auf dem Görlitzer Untermarkt aufstellen, dann ist der Aufschrei groß. Ich finde beides geschmacklos", sagte Kretschmer dem "Tagesspiegel". "Hier werden Grenzen verschoben. Es radikalisiert sich zunehmend." Regierungssprecher Ralph Schreiber bestätigte die Aussage.

In Görlitz sowie anderen Orten Ostsachsens hatten Unbekannte Anfang des Jahres Kreuze aufgestellt, die nach Angaben der Polizei mit Namen von Menschen beschriftet waren, welche im Zusammenhang mit Straftaten von Migranten umgekommen sind. Ermittlungsergebnisse dazu, wer die Holzkreuze aufgestellt hat, gibt es bislang nicht. Nach Angaben der Staatskanzlei ist Kretschmer aber überzeugt, dass die Identitäre Bewegung der Urheber ist.

Kretschmer stelle "gut organisierte, gewaltbereite Neonazis auf eine Stufe mit der freien Kunst", empörten sich die Berliner Aktivisten in mehreren Tweets. Kretschmer "verharmlost rechte Gewalt kurz vor den Wahlen". Das ZPS machte in der Vergangenheit immer wieder mit spektakulären und auch umstrittenen Aktionen auf sich aufmerksam. So baute es eine Nachbildung des Berliner Holocaust-Mahnmals neben das Haus von AfD-Politiker Björn Höcke.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz stufte die Identitäre Bewegung in seinem Bericht 2017 als sogenannten Verdachtsfall ein. Die Gruppierung ist seit 2012 in Deutschland aktiv. Sie wendet sich eigenen Angaben zufolge mit ihren Aktionen gegen "Multikulti-Wahn", "unkontrollierte Massenzuwanderung" und den "Verlust der eigenen Identität".

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa

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