Politik

Kein Bahnverkehr auf HalbinselKrim-Behörden melden Angriff auf Passagierzug - ein Toter

08.06.2026, 11:33 Uhr
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Die von Russland annektierte Krim ist unter anderem mit einer Bahnstrecke über die Kertsch-Brücke mit dem russischen Festland verbunden. Die Brücke wurde seit Kriegsbeginn mehrfach Ziel ukrainischer Angriffe. (Foto: picture alliance/dpa/TASS)

Die Krim lebt maßgeblich vom Tourismus. Die Ukraine greift die von Russland annektierte Schwarzmeer-Halbinsel regelmäßig an. Neben zwei Öldepots wird russischen Angaben zufolge dabei auch ein Zug getroffen - mit Folgen für Urlauber und Gastgewerbe.

Bei einem neuen ukrainischen Drohnenangriff auf einen Passagierzug auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim ist ein Lokführerassistent laut Behördenangaben getötet worden. Der Lokführer selbst sei verletzt worden, teilt der von Moskau eingesetzte Statthalter auf der Krim, Sergej Aksjonow, bei Telegram mit. Der Personenzug sei auf der Strecke Moskau-Simferopol getroffen worden. "Fahrgäste blieben unverletzt."

Der Zugverkehr wurde in der touristischen Hochsaison vorübergehend eingestellt. Es seien sämtliche Züge evakuiert und die Passagiere in Bussen transportiert worden, schreibt die Bahngesellschaft Grand Service Express bei Telegram.

Bereits vorige Woche gab es nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Nahverkehrszug laut Behörden einen Toten und zwei Verletzte. Die Angaben können nicht überprüft werden.

Treibstoff-Krise auf der Krim

Der neuerliche Angriff trifft auch das Hotel- und Gaststättengewerbe auf der Krim empfindlich. Experten rechnen laut der Moskauer Wirtschaftszeitung "Kommersant" damit, dass auf der bei den Russen beliebten Halbinsel in diesem Jahr drei bis vier Millionen Touristen wegbleiben. Die Zeitung berichtet von zahlreichen Stornierungen und rückläufigen Buchungszahlen.

Grund für die ausbleibenden Urlauber war auch die Verfügbarkeit von Kraftstoffen an den Tankstellen. Die Ukraine hat in den vergangenen Wochen wiederholt Nachschublinien der russischen Armee angegriffen. Auf der Krim wurde deshalb eine Rationierung von Treibstoffen angeordnet. Die Benzinkrise hält viele Autofahrer von Reisen auf die Halbinsel ab.

Russland hatte die Krim 2014 annektiert und nutzt sie auch als Aufmarschgebiet für seine Truppen im Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew will mit den Drohnenangriffen vor allem den militärischen Nachschub stören.

Schläge auf zwei Öldepots

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen die russische Invasion. Laut dem Generalstab der ukrainischen Streitkräfte wurden zuletzt in der Nacht zu Sonntag auf der Krim ein Treibstofflager, ein Ölterminal, ein Kommandoposten des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB sowie weitere russische Militäreinrichtungen angegriffen.

Wie die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform berichtet, brach in dem Treibstofflager Semikolodesjanska im Gebiet Jedy-Kujo ein Brand aus. Die Anlage dient den Angaben zufolge der Versorgung der russischen Streitkräfte. Es soll eines der größten für den Umschlag von Erdölprodukten im östlichen Teil der Krim sein.

Ukrainische Truppen griffen demzufolge zudem ein Ölterminal im Gebiet Feodosija an. Das Öldepot der südöstlich gelegenen Stadt ist der größte Ölumschlagkomplex auf der Krim. Auch in diesem Fall soll die Anlage zur Annahme, Lagerung und Verteilung von Erdölprodukten für russische Militäreinheiten genutzt worden sein.

Die Ukraine will mit den Schlägen gegen die russische Ölindustrie das russische Militär bremsen und den Energieexport stoppen, mit dem Moskau seine Kriegsmaschinerie finanziert. Die russische Führung hatte zuletzt Rückgänge bei der Ölförderung und wirtschaftliche Probleme durch die zunehmenden ukrainischen Drohnenangriffe eingeräumt, betonte aber, dass die Lage unter Kontrolle sei.

Quelle: ntv.de

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