Nach ständigen Trump-DrohungenKuba spricht erstmals wieder mit den USA

Ständige Stromausfälle, kaum Treibstoff: Der Druck der Trump-Regierung macht sich im sozialistischen Kuba deutlich bemerkbar. Die Karibikinsel sucht deshalb einen Gesprächskanal.
Die wirtschaftlich schwer angeschlagene Karibikinsel Kuba hat erste Gespräche mit den USA zum angespannten Verhältnis beider Länder bestätigt. "Kubanische Vertreter haben kürzlich Gespräche mit Vertretern der US-Regierung geführt, um auf dem Wege des Dialogs nach einer möglichen Lösung für die zwischen beiden Ländern bestehenden bilateralen Differenzen zu suchen", sagte der Präsident des sozialistischen Landes, Miguel Díaz-Canel, vor Journalisten in Havanna.
Der Austausch sei durch "internationale Akteure" begünstigt worden. Die Gespräche dienten laut Díaz-Canel dazu, Probleme zwischen den beiden Ländern zu identifizieren, Lösungen zu suchen und Bereiche der Zusammenarbeit zu finden. "Im Rahmen der bisherigen Gespräche hat die kubanische Seite den Willen bekundet, diesen Prozess auf der Grundlage der Gleichberechtigung und des Respekts für die politischen Systeme beider Staaten, der Souveränität sowie der Selbstbestimmung unserer Regierungen zu führen", zitierte das Parteiorgan "Granma" Díaz-Canel.
Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit der sozialistischen Revolution unter Fidel Castro 1959 angespannt. Unter US-Präsident Donald Trump übte Washington zuletzt erhöhten Druck aus - nicht zuletzt auch nach dem spektakulären Coup der USA, mit dem im Januar Venezuelas autoritärer Präsident Nicolás Maduro in der Hauptstadt Caracas festgenommen und in die USA ausgeflogen wurde. Kuba leidet unter stundenlangen Stromausfällen und einer Treibstoffknappheit, die durch eine von Trump verhängte Ölblockade gegen die Karibikinsel verschärft wird.
Trump hatte Anfang März gesagt, er sei persönlich zusammen mit US-Außenminister Marco Rubio an Verhandlungen mit Kuba beteiligt. "Kuba befindet sich in den letzten Augenblicken seines bisherigen Bestehens. Es wird ein neues Leben beginnen", sagte er damals auf einem Gipfel mit konservativen Regierungschefs aus Lateinamerika und der Karibik in Doral im US-Bundesstaat Florida. Das nur rund 150 Kilometer von Florida entfernte Land habe kein Geld und kein Öl mehr und sei eine "Katastrophe".