Politik

Rezo-Video Kühnert sieht "wichtige Debattenanstöße"

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Kühnert: "Wir nehmen sie ernst in ihren Positionen".

(Foto: n-tv)

Der Vorsitzende der Jusos, Kühnert, sieht in dem Video von Rezo einen "wichtigen Debattenanstoß". Allerdings sei es zu einfach gedacht, wenn man Parteien, mit denen man nicht zu 100 Prozent übereinstimme, abschaffen wolle, sagt er n-tv. Staatsministerin Bär wirbt für Dialog.

Der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert hat sich nach dem Video von Rezo positiv über die Debattenanstöße des Youtubers geäußert. "Das ist doch im Moment das beste Zeichen, wo wir sehen, dass wir es eben nicht mit einer unpolitischen jungen Generation zu tun haben, sondern das ganz wichtige Debattenanstöße im Moment nur von  jungen Menschen kommen", sagte er n-tv.

Der Youtuber Rezo hatte in seinem millionenfach angeklickten Video "Die Zerstörung der CDU" besonders den Christdemokraten schwere Vorwürfe gemacht. Diesen warf er unter anderem vor, beim Klimawandel untätig zu sein, Politik für Reiche zu machen und "krasse Inkompetenz" beim Thema Urheberrecht und Drogenpolitik an den Tag zu legen. Der Youtuber rief zudem dazu auf, weder die SPD, noch die Union und schon gar nicht die AfD zu wählen.

Kühnert machte nun klar, dass er nicht mit allem übereinstimme, was im Moment aus der Youtube-Community käme. Er sei "aus gutem Grund" in der SPD, weil am Ende auch für einen konsequenten Klimaschutz Mehrheiten nötig seien. Es sei etwas zu einfach gedacht, wenn man von allen Parteien, die man nicht zu 100 Prozent tolle finde, sage: "Die brauchen wir nicht mehr und mit dem Rest machen wir jetzt konsequenten Klimaschutz am Ende."

Kühnert betonte zudem, dass er gemeinsam mit Generalsekretär Lars Klingbeil auf das Video reagiert habe und ein Gesprächsangebot gemacht habe, um zu zeigen: "Wir nehmen sie ernst in ihren Positionen, es sind für uns wichtige Meinungsmacher in der Gesellschaft, die für eine große Community stehen, die zurecht manchmal das Gefühl hat, nicht ausreichend gehört zu werden."

Bär fordert mehr Engagement

Die CSU-Politikerin Dorothee Bär rief im Gespräch mit n-tv zu mehr Engagement auf. "Mir ist es immer lieber, man engagiert sich statt nur zu demonstrieren", sagte die Staatsministerin für Digitalisierung. "Deswegen kann ich immer jeden nur aufrufen, auch in eine Partei einzutreten."

Demokratie sei allerdings auch anstrengend, und sie glaube, es gebe keinen Politiker, der zu 100 Prozent durchsetzen könne, was er wolle. Politik sei vielmehr immer ein Abwägen von Lösungen. Bär warb für einen Dialog. Sie habe in den letzten Tagen sehr oft bei Twitter die Aussage gelesen: "Wir wollen nicht mit euch reden, wir wollen keinen Dialog." Es sei aber nötig, gemeinsam miteinander zu reden und sich zusammen an einen Tisch zu setzen.

Quelle: n-tv.de, ghö

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