Politik

Neue Technologie wird getestet Kükenschreddern soll ab Sommer enden

29d8465edb307df7a7f0f6c02dc1bacb.jpg

Männliche Küken werden in der Agrarindustrie häufig vergast oder geschreddert, weil sie weder Eier legen noch viel Fleisch ansetzen.

(Foto: dpa)

Männliche Küken sind in der Agrarindustrie unerwünscht. Deswegen werden sie bislang millionenfach getötet. Das soll nun ein Ende haben: Agrarminister Schmidt setzt auf eine neue Technologie, die das Geschlecht der Tiere frühzeitig bestimmt.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt will das millionenfache Schreddern männlicher Küken ab Sommer beenden. Ein Praxistest für die sogenannte Spektroskopie-Technologie, die Eier mithilfe eines Lasers auf das Geschlecht des sich entwickelnden Kükens prüft, sei dann "der Einstieg in den Ausstieg", sagte der CSU-Politiker dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Er wolle das "aus moralischen Gründen völlig inakzeptable" Töten männlicher Küken "schnellstmöglich beenden".

Die Agrarindustrie hat für männliche Nachkommen der Legehuhnrassen keine Verwendung, weil sie weder Eier legen noch gut Fleisch ansetzen. Bundesweit werden deshalb nach Angaben von Tierschützern jährlich bis zu 50 Millionen männliche Küken direkt nach dem Schlüpfen geschreddert oder vergast.

Spektralanalyse bereite dem Verbraucher "kaum Mehrkosten"

Geplant ist, in Zukunft das Geschlecht der Küken schon im Ei zu bestimmen und männliche Küken gar nicht erst auszubrüten. Gefördert vom Bundeslandwirtschaftsministerium arbeiten Forscher an einer solchen Alternativtechnik zur millionenfachen Kükentötung.

Da es keine EU-weite Regelung gebe, setze er nicht auf gesetzliche Lösungen, sondern auf den Einsatz technischer Spitzenforschung, sagte Schmidt. Sobald die Spektralanalyse flächendeckend verfügbar sei, dürften Kostengründe für die Tötung männlicher Küken "keine Ausrede" für Brütereien mehr sein.

Die Verbraucher müssten mit nur "kaum bemerkbaren Mehrkosten" rechnen, betonte er. Der Einsatz von Spektroskopen koste die Betriebe einen niedrigen einstelligen Cent-Betrag. "Die Mehrkosten für das eigentliche Frühstücksei aus dem Supermarkt liegen weit darunter", ergänzte der Minister.

Quelle: ntv.de, ara/AFP

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.