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AKK prüft Teilrückzug aus Erbil Kurden: Bundeswehr soll im Nordirak bleiben

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Ein Bundeswehrsoldat schult im Sommer kurdische Peschmerga in Erbil.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach den iranischen Raketenangriffen auf US-Militärbasen im Irak warnen die Kurden im Norden des Landes vor einem Abzug der Bundeswehr. Deutsche und internationale Soldaten schulen dort kurdische Milizen im Kampf gegen den Islamischen Staat. Die autonome Region Nordirak fürchtet nun ein Machtvakuum.

Die Regierung der autonomen Kurdenregion im Nordirak hat an Deutschland appelliert, trotz der iranischen Angriffe auf US-Stützpunkte im Irak keine Bundeswehrsoldaten aus der Gegend abzuziehen. "Ich hoffe, dass die internationale Koalition bleibt", sagte der Außenminister der kurdischen Regierung, Falah Mustafah, der "Bild"-Zeitung. Die Anwesenheit der deutschen und internationalen Truppen sei im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) weiterhin nötig.

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"Die Region Kurdistan war sicher und soll sicher bleiben", sagte Mustafa. Die Akteure vor Ort müssten sich wieder auf den Kampf gegen den IS konzentrieren. Dafür müssten alle Seiten wieder zur "Normalität" zurückkehren. "Wir hoffen, dass die europäische Seite jetzt deeskalieren kann gegenüber dem Iran und den USA."

Nach Angaben der irakischen Armee waren in der Nacht zum Mittwoch insgesamt 22 Raketen auf den Stützpunkten im nordirakischen Erbil sowie Ain al-Assad im Westirak eingeschlagen. Der iranische Angriff war eine Reaktion auf die gezielte Tötung des einflussreichen Generals Ghassem Soleimani bei einem US-Drohnenangriff am Freitag. In Erbil sind nach Angaben des Einsatzführungskommandos derzeit auch 115 Bundeswehrsoldaten stationiert.

Bundeswehr prüft Teilrückzug aus Erbil

Angesichts der jüngsten Entwicklungen hatte die Bundeswehr am Dienstag bereits 35 Soldaten aus dem zentralirakischen Tadschi sowie der Hauptstadt Bagdad nach Jordanien und Kuwait verlegt. Zudem prüft die Bundesregierung einen Teilrückzug auch der im nordirakischen Erbil stationierten Bundeswehrsoldaten. "Wir haben mit der internationalen Koalition sowieso vereinbart, dass alle Kräfte, die nicht benötigt werden, keinem unnötigen Risiko ausgesetzt werden", sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer dem ARD-Morgenmagazin. Nach dem Abzug deutscher Soldaten aus dem Militärkomplex Tadschi bei Bagdad sei man in der Planung auch für "mögliche Teilrückverlegungen" von Soldaten in Erbil, sagte Kramp-Karrenbauer. Dabei gehe es um Kräfte, die sich im Moment nicht an der Ausbildungsmission beteiligen könnten, sagte die Ministerin.

Das Auswärtige Amt verschärfte am Morgen seine Reisehinweise für den Irak. "Von Reisen in die Region Kurdistan-Irak wird aufgrund der unklaren Sicherheitslage vorläufig dringend abgeraten", heißt es nun. Für den Rest des Irak gilt seit längerem eine Reisewarnung.

Quelle: ntv.de, mau/AFP/rts