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Lehre aus Thomas-Cook-Pleite Lambrecht denkt an Pauschalreisen-Abgabe

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Thomas Cook hat Ende September Insolvenz angemeldet.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ende September meldet Thomas Cook Insolvenz an. Millionenforderungen der Kunden folgen. Viele von ihnen werden leer ausgehen. Verbraucherschutzministerin Lambrecht bringt deshalb einen Fonds ins Spiel.

Verbraucherschutzministerin Christine Lambrecht will schnelle Konsequenzen aus der Pleite des Reiseveranstalters Thomas Cook ziehen. "Aus dem Bankensystem kennen wir Lösungen, die auf einer Kombination von Versicherung und Fonds aufbauen. In einem solchen System würden sowohl Reiseveranstalter als auch Kunden in einen Fonds einzahlen, der im Insolvenzfall in Anspruch genommen werden kann", sagte die SPD-Politikerin der "Bild".

Nach den bisherigen gesetzlichen Vorgaben muss der Insolvenzversicherer dem Blatt zufolge nur für 110 Millionen Euro gerade stehen. Die Forderungen der Urlauber beliefen sich aber bislang schon auf 250 Millionen Euro, Tendenz steigend. Das bedeute, dass der Reisesicherungsschein für Pauschalreisen wird im Fall Thomas Cook nahezu wertlos werde.

Pauschalreisen dürften teurer werden

Es muss klar sein, dass ein möglicher Fonds von den Reiseveranstaltern und den Kunden getragen wird", sagte Lambrecht weiter. Pauschalreisen dürften durch die neue Abgabe teurer werden. "Im Falle eines Fonds ist mit geringen Preisaufschlägen für Reisende zu rechnen", sagte die Ministerin.

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Lambrecht weist im Rahmen der Thomas-Cook-Pleite ein Versagen der Bundesregierung zurück.

(Foto: picture alliance/dpa)

Lambrecht wies zudem ein Versagen der Bundesregierung im Rahmen der Pleite von Thomas Cook in Deutschland zurück. "Ich glaube, man konnte zum Zeitpunkt der Richtlinienumsetzung nicht absehen, dass es tatsächlich zu einem Schadensfall dieser Dimension kommen wird."

Das vor 178 Jahren gegründete Unternehmen Thomas Cook hatte am 23. September Insolvenz angemeldet, wenig später folgte die deutsche Tochter. Außer 22.000 Mitarbeitern weltweit waren auch hunderttausende Urlauber betroffen. Großbritannien startete für die gestrandeten Touristen die größte Rückführungsaktion seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. In Deutschland wird noch über die Erstattung der Rückbeförderungskosten gestritten.

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Quelle: n-tv.de, bad/AFP

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