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"Im Sinne des Patientenschutzes" Lauterbach: Homoöpathie nicht bezahlen

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SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach findet es falsch, dass gesetzliche Kassen homöopathische Arzneimittel wie Globuli bezahlen.

(Foto: picture alliance / Frank Rumpenh)

In Frankreich werden die Kosten für homoöpathische Arzneimittel wie Globuli und Bachblüten nicht mehr erstattet. SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach fordert das auch in Deutschland. Er will gesetzlichen Krankenkassen verbieten, dass diese "aus Marketinggründen Homoöpathie bezahlen".

SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach will gesetzlichen Krankenkassen die Kostenerstattung von Homöopathie verbieten. "Wir müssen in der GroKo darüber reden", sagte er dem "Tagesspiegel". Auch freiwillige Leistungen der Krankenkassen sollen wirtschaftlich und medizinisch sinnvoll sein.

Der SPD-Gesundheitsexperte verweist mit seinem Vorstoß auf Frankreich. Dort hat die Oberste Gesundheitsbehörde festgestellt, das homöopathische Arznei wissenschaftlich gesehen nicht ausreichend wirksam sei. Daher sei eine Erstattung nicht gerechtfertigt.

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"Im Sinne der Vernunft und der Aufklärung sowie des Patientenschutzes ist es auch in Deutschland falsch, dass Kassen aus Marketinggründen Homöopathie bezahlen", erklärte Lauterbach auf Twitter unter Bezugnahme auf Frankreich. Hierzulande ist Homöopathie zwar kein Bestandteil des gesetzlichen Leistungskatalogs der Krankenkassen. Allerdings erstatten viele Kassen ihren Versicherten die Behandlungskosten, weil es eine entsprechende Nachfrage gibt.

Kritik kommt von der Union

Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA), der über die Pflichtleistungen der gesetzlichen Kassen entscheidet, unterstützt Lauterbach. Behandlungsmethoden ohne klaren Beleg für Wirksamkeit und Nutzen sollten "nicht noch dadurch geadelt werden, dass sie von Kassen als Satzungsleistungen bezahlt werden", sagte der GBA-Vorsitzende Josef Hecken dem "Tagesspiegel".

Kritik an Lauterbachs Vorschlag kommt aus der Union. Deren gesundheitspolitische Sprecherin, Karin Maag, findet es falsch, die freiwilligen Leistungen der Versicherer zu beschränken. "Wir führen keinen Kreuzzug gegen Heilpraktiker und Naturheilverfahren", sagte sie dem "Tagesspiegel". Sie halte es für richtig, die Entscheidungsfreiheit der Patienten zu wahren.

Quelle: n-tv.de, aeh/dpa

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