Politik

Neuer Name, neuer Anlauf Le Pen will Front National umbauen

Ihre Niederlage weiß die unterlegene Präsidentschaftskandidatin in Frankreich sofort auch in einen Erfolg umzudeuten. Marine Le Pen sieht eine historische Gelegenheit für ihre Partei Front National. Die soll in Zukunft aber anders heißen.

Der rechtsextreme Front National will nach den Worten ihres Vizechefs Florian Philippot seinen Namen ändern. Kurz nach der Bekanntgabe der Niederlage der FN-Anführerin Marine Le Pen bei der Präsidentenwahl erklärte Philippot, seine Partei werde sich in eine neue politische Kraft verwandeln und dann auch nicht mehr denselben Namen tragen.

Le Pen selbst erklärte, dass sie eine tiefgreifende Umwandlung des Front National vorschlagen werde, um noch mehr Menschen zu erreichen. "Ich werde deshalb einen tiefen Umbau unserer Bewegung vorschlagen, um eine neue politische Kraft zu schaffen, die zahlreiche Franzosen erwarten und die mehr denn je nötig zur Sanierung des Landes ist", sagte Le Pen.

Ziel sei eine Fortführung der "Patriotischen und Republikanischen Allianz". Unter diesem Namen hatte Le Pen ihr Bündnis mit dem konservativen EU-Skeptiker Nicolas Dupont-Aignan geschlossen, der im ersten Wahlgang gescheitert war. Le Pen sprach von einer historischen Gelegenheit.

Die Politikerin räumte ihre Niederlage bei der Präsidentenwahl ein. Sie habe Macron angerufen, um ihm zu gratulieren, sagte Le Pen. Sie deutete das Ergebnis jedoch für sich als Erfolg und bezeichnete es als "historisch und massiv". Die Franzosen hätten damit "die Patriotische und Republikanische Allianz zur ersten Oppositionskraft zum Programm des neuen Präsidenten gemacht".

Die Präsidentenwahl habe die politische Landschaft in Frankreich neu geordnet - entlang des Grabens zwischen "Patrioten und Globalisierern", sagte Le Pen. Sie werde an der Spitze dieses Kampfes stehen, sagte sie mit Blick auf die Parlamentswahlen im Juni.

Glückwünsche von Petry und Strache

Auch die AfD und die österreichische FPÖ interpretierten Le Pens Abschneiden trotz ihrer Niederlage positiv. AfD-Chefin Frauke Petry sagte der "Welt": "Marine Le Pen ist trotz massiver Anfeindungen ein beeindruckendes Wahlergebnis gelungen, zu dem ich herzlich gratulieren möchte, auch wenn es am Ende leider nicht für den Sieg gereicht hat." Sie bedauere die Niederlage der Chefin der Partei Front National, denn Le Pen "hätte die Alternative geboten, das Land aus der Umklammerung einer moralisierenden Elite zu befreien".

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sah in Le Pens Ergebnis einen Achtungserfolg. Sie habe mit über 34,5 Prozent das beste Ergebnis einer Kandidatin der Front National erzielt, schrieb er auf Facebook. Damit hätte der Front National in Frankreich eine "exzellente Ausgangsposition" für die in wenigen Wochen stattfindende Parlamentswahl. "Es ist daher heute der Beginn und Startschuss für einen weiteren historischen Erfolgsweg des Front National in Frankreich gegeben worden", meinte Strache weiter. Die "EU-Zentralisten" seien mit einem blauen Auge davongekommen.

Quelle: n-tv.de, nsc/dpa

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