Politik

Botschafter im "ntv Frühstart" Libanon schlägt laut Israel Hilfen aus

Trotz schwieriger Beziehungen bietet Israel nach der Explosion am Hafen von Beirut dem Libanon sofort humanitäre Hilfe an. Diese werde aber nicht angenommen, sagt der israelische Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff. Er lobt die deutsch-israelischen Beziehungen.

Der israelische Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff, hat betont, dass auch im krisengebeutelten Nahen Osten, humanitäre Hilfe im Vordergrund stehen müsse. Die Hilfe Israels nach der Explosion am Hafen von Beirut sei ein gutes Beispiel dafür. "Natürlich war es unser erster Instinkt, humanitäre Hilfe anzubieten. Jede Hilfe, die wir anbieten konnten, ob medizinisches Material, Krankenhäuser, Lebensmittel oder Hilfe für Kinder. Unsere Position ist, dass humanitäre Hilfe über Konflikten steht", sagte Issacharoff in der Sendung "Frühstart" von ntv.

Trotz des Angebots tue sich die libanesische Regierung allerdings schwer, die Hilfe auch anzunehmen. "Wir haben das Angebot gemacht und wir werden natürlich weiterhin dafür offen sein, zu helfen. Aber nach meinem Wissenstand, ist die libanesische Regierung nicht bereit dazu, diese Hilfe auch anzunehmen", so Issacharoff.

Im Streit um Rechte und Gebiete der Palästinenser ist Israels Verhältnis zu den meisten arabischen oder mehrheitlich muslimischen Staaten gespannt. Nach Aufzeichnung des Interviews mit Issacharoff am Donnerstagnachmittag wurde bekannt, dass Israel diplomatische Beziehungen zu den Vereinigten Emiraten aufnehmen und seine Annexionspläne für das Westjordanland zunächst aussetzen will.

"Ein historischer Moment"

Auch zu den deutsch-israelischen Beziehungen äußerte sich der Botschafter. Angela Merkels Rede vor der Knesset, dem Parlament Israels, im Jahr 2008 sei bis heute ein "historischer Moment" der weiterhin andauere und für die Beziehung beider Länder von großer Bedeutung sei. "Wir merken, wie sehr Israel und Deutschland sich ergänzen können und zusammenarbeiten können. Es ist eine Lektion, dass man die Geschichte bewältigen kann. Wir dürfen die Geschichte natürlich nicht vergessen, aber sie hat unsere Beziehung heute zu einer stärkeren gemacht. Es ist eine Beziehung, die auf Vertrauen gebaut ist."

Mit Blick auf die nicht immer einfache Beziehung zwischen Kanzlerin Angela Merkel und dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu, sagte Issacharoff, dass er bei vielen Treffen der beiden Staatschefs dabei gewesen sei. "Für mich war es ziemlich bemerkenswert zu sehen, dass es enorm viel Respekt gibt zwischen den beiden und die Fähigkeit, über eine Vielzahl von Themen zu reden. Ich würde sagen, dass es bei den meisten Themen Übereinstimmung gibt."

Manchmal sei man unterschiedlicher Meinung, wie man zum Ziel komme, aber: "Das Ziel, den Iran davon abzuhalten, atomare militärische Waffen zu entwickeln, das ist Glasklar", sagte Issacharoff.

Quelle: ntv.de, psa/shu