Politik

E-Mails kündigen Bomben an Linken-Zentrale und Moscheen geräumt

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In der Duisburger Ditib-Moschee hatte ein Drohschreiben eine Bombenzündung am Nachmittag angekündigt.

(Foto: dpa)

Sowohl in der Parteizentrale der Linken in Berlin als auch in Moscheen in Duisburg, Mannheim und Mainz gehen Bombendrohungen ein. Einige davon sind mit "Combat 18" unterzeichnet - dem Namen eines gewaltbereiten, rechtsextremen Netzwerks. Nun ermittelt der Staatsschutz.

Moscheen des türkisch-islamischen Dachverbands Ditib in Duisburg, Mannheim und Mainz sowie die Linken-Parteizentrale in Berlin sind nach Bombendrohungen geräumt und durchsucht worden - letztlich gab die Polizei in allen Fällen Entwarnung. In Duisburg und Berlin waren von Unbekannten verschickte Drohschreiben jeweils mit "Combat 18" unterzeichnet. Bei "Combat 18" handelt es sich um ein gewaltbereites, rechtsextremes Netzwerk, das in mehreren europäischen Ländern aktiv ist. Die Gruppe gilt als bewaffneter Arm des verbotenen Neonazi-Netzwerks "Blood & Honour" (Blut und Ehre). Die 18 ist ein Szenecode für den ersten und den achten Buchstaben im Alphabet, also A und H - die Initialen von Adolf Hitler.

Die Bundeszentrale der Linken wurde vorübergehend geräumt. Nach Angaben einer Parteisprecherin ging am Vormittag eine E-Mail im Karl-Liebknecht-Haus ein, in der es um eine Bombe im Gebäude ging. Rund 40 bis 50 Mitarbeiter der Parteizentrale hätten das Gebäude verlassen. Eine Polizeisprecherin sagte nach Prüfung der Droh-Mail, eine Ernsthaftigkeit sei verneint worden. Auch eine Durchsuchung der Parteizentrale fand demnach nicht statt. Der polizeiliche Staatsschutz ermittele gegen unbekannt wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat. Der Staatsschutz ist eine Abteilung der Polizei, die immer dann übernimmt, wenn es um politisch motivierte Kriminalität geht. Die Sprecherin der bayerischen Linksjugend wies auf Twitter darauf hin, dass die Bombendrohung am Jahrestag des Anschlags von Anders Breivik auf Utoya einging. Damals wurden beim Sommerlager der sozialdemokratischen Arbeiterpartei 77 Menschen getötet. 

Die Beamten in Duisburg teilten mit, am Vormittag sei auch beim Vorstand der Merkez-Moschee eine E-Mail eingegangen, in der Unbekannte mit der Zündung einer Bombe am Nachmittag gedroht hätten. Man habe sämtliche Räume evakuiert, das Gelände abgesperrt - und nach intensiver Durchsuchungsaktion auch mit einem Sprengstoffspürhund keine verdächtigen Gegenstände gefunden. Auch die Ditib-Moschee in Mainz wurde nach einer Bombendrohung durchsucht. Dabei seien auch Hunde eingesetzt worden, es sei aber nichts gefunden worden, berichtete ein Polizeisprecher. Nach einer Bewertung des Landeskriminalamtes in Mainz sei die Moschee vorsichtshalber abgesperrt und durchsucht worden. Zu dem Absender des Drohschreibens und den Hintergründen gibt es bislang keine Angaben. Auch in der Ditib-Moschee in Mannheim habe eine Durchsuchung nach einer Bombendrohung keine Hinweise ergeben, teilte ein Polizeisprecher mit. Weitere Angaben machte er zunächst nicht.

In diesem Monat hatte es bereits Bombendrohungen gegen Moscheen in Iserlohn und München sowie gegen die Ditib-Zentralmoschee in Köln - den bundesweit größten Moscheekomplex - gegeben. Auch in diesen Fällen hatte die Polizei nach umfangreichen Durchsuchungen Entwarnung gegeben. Das Sicherheitsempfinden in vielen der 857 Ditib-Gemeinden in Deutschland sei dennoch empfindlich gestört, hatte der Vorsitzende des Ditib-Bundesverbands, Kazim Türkmen, jüngst betont. Man hoffe auf "Solidarität und Beistand".

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa

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