Politik

Zehntausende ohne StromLinksextreme bekennen sich zu Brandanschlag in Berlin

04.01.2026, 11:20 Uhr
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In Berlin fällt nach einem Anschlag auf eine Kabelbrücke in Zehntausenden Haushalten und Gewerben der Strom aus. Die vollständige Wiederherstellung der Versorgung wird voraussichtlich noch Tage dauern. Nun taucht ein Bekennerschreiben auf.

Der große Stromausfall im Südwesten Berlins ist Folge eines politisch motivierten Anschlags. Wie der Regierende Bürgermeister Kai Wegner sagte, waren die Täter "offenkundig Linksextremisten". Am frühen Samstagmorgen hatte der Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal zum Kraftwerk Lichterfelde wichtige Leitungen beschädigt. "Es ist inakzeptabel, dass erneut offenkundig Linksextreme unser Stromnetz angreifen und damit Menschenleben gefährden", sagte CDU-Politiker Wegner.

Nach dem Brand tauchte ein Bekennerschreiben auf, das vom für politische Straftaten zuständigen Staatsschutz auf Echtheit geprüft wurde. Nach Angaben des Berliner "Tagesspiegels" bekannte sich die linksextreme Vulkangruppe zu dem Anschlag. Ihr Schreiben sei auf einer einschlägigen Webseite veröffentlicht worden. Demnach kommt der Staatsschutz zu dem Schluss, dass das Bekennerschreiben echt ist.

"Wir haben heute Nacht das Gaskraftwerk in Berlin-Lichterfelde erfolgreich sabotiert", heißt es in dem Schreiben der linksextremen Vulkangruppe, die vom Berliner Verfassungsschutz dem anarchistischen Spektrum zugeordnet wird. Die Saboteure bezeichnen den Anschlag als eine "gemeinwohlorientierte Aktion" sowie einen "Akt der Notwehr und der internationalen Solidarität mit allen, die die Erde und das Leben schützen".

Ziel des Angriffs seien eigentlich nicht Stromausfälle, sondern die fossile Energiewirtschaft gewesen, wird aus dem Schreiben zitiert. Bei den weniger wohlhabenderen Betroffenen der Stromausfälle wolle man sich entschuldigen, "bei den vielen Besitzern von Villen" hielte sich das Mitleid in Grenzen, teilte die Gruppe mit.

Der Anschlag sorgt seit dem frühen Samstagmorgen für einen großen Stromausfall, von dem zunächst 45.000 Haushalte und mehr als 2200 Unternehmen betroffen waren. Inzwischen konnten 7000 Haushalte und 150 Gewerbekunden wieder angeschlossen werden, wie Stromnetz Berlin mitteilte. Betroffen sind die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde.

Die Schäden am Stromnetz sind nach Angaben des Betreibers Stromnetz Berlin so schwerwiegend und die Reparatur so kompliziert, dass die Notlage außergewöhnlich lange dauern wird. Erst am Donnerstagnachmittag könnten voraussichtlich alle Stromkunden wieder versorgt werden.

Arbeiten sind technologische Herausforderung

Bereits am Samstag sagte eine Sprecherin von Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey, dass von einer mutwilligen Tat ausgegangen werde. Die betroffenen, sehr dicken Hochspannungskabel wären sonst kaum derart zu beschädigen. Es seien Brandsätze direkt unter den Kabeln platziert worden, sagte SPD-Politikerin Giffey am Samstag im RBB. "Die Kraft, mit der eine kontinuierliche Hitzeentwicklung und ein kontinuierlicher Brand erfolgt ist, war größer als die Kraft, die eine Kugelbombe hätte auslösen können", sagte die Senatorin. "Eine Kugelbombe hätte unseren Leitungen, so wie sie gesichert sind, nichts anhaben können."

Ein Sprecher von Stromnetz Berlin sagte der dpa, dass derzeit an zwei Stellen gearbeitet werde: Zum einen werde die beschädigte Kabelbrücke am Teltowkanal repariert, zum anderen werde an einer provisorischen Lösung für die betroffenen Haushalte gearbeitet. Aktuell gehe man davon aus, dass die provisorische Lösung schneller fertig sei.

Dafür sollen zwei Leitungen, die bisher nicht miteinander verbunden waren, zusammengeführt werden. Das sei allerdings sehr kompliziert, weil hier zwei verschiedene Kabeltechnologien im Einsatz seien: Ein Kunststoffkabel trifft auf ein Ölkabel. Für die Verbindungen der beiden Technologien brauche es speziell ausgebildete Experten, Plusgrade, eine rund 14 Meter lange, tiefe Baugrube und eine möglichst staubfreie Umgebung. Stromnetz Berlin habe viele Unterstützungsangebote bekommen, doch für diese technologische Herausforderung sei eben etwas Zeit nötig.

Quelle: ntv.de, mli/lar/dpa

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