Politik

Eskalation in Minneapolis Lkw fährt bei Protest in Menschenmenge

Während der anhaltenden Proteste in mehreren US-Städten kommt es in Minneapolis zu einem gefährlichen Zwischenfall. Ein Tanklastzug fährt auf einer Fernstraße in eine friedlich protestierende Menschenmenge. Demonstranten attackieren daraufhin den Fahrer, der schwer verletzt wird.

Die Lage in der US-Stadt Minneapolis scheint nach dem gewaltsamen Tod eines Afroamerikaners weiter zu eskalieren. Bei einer friedlichen Demonstration auf einer gesperrten Fernstraße sei ein Tanklastzug in die Menschenmenge gefahren, berichtete ein Augenzeuge. Nach offiziellen Angaben wurde kein Kundgebungsteilnehmer verletzt.

"Das ist eine sehr beunruhigende Aktion eines Lastwagen-Fahrers auf der Interstate-35W, die die friedlichen Demonstranten anstachelte", teilte die Abteilung für Öffentliche Sicherheit in Minneapolis auf Twitter mit. Laut einem Augenzeugenbericht wurde der Fahrer des Lasters von wütenden Demonstranten aus dem Führerhaus gezogen und attackiert, bevor er von der örtlichen Polizei in Gewahrsam genommen werden konnte. Der Lkw-Fahrer sei mit nicht lebensbedrohlichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden und stünde unter Arrest.

Trotz der seit Samstag verhängten Ausgangssperren kam es auch in weiteren Großstädten in den USA nach zunächst friedlichen Demonstrationen gegen Rassismus zu Gewaltausbrüchen: In Atlanta, Los Angeles, Philadelphia, Denver, Cincinnati, Portland, Oregon, Chicago, Seattle, Salt Lake City, Cleveland und Dallas wurden teilweise Polizeiautos angegriffen und in Brand gesetzt, Fensterscheiben eingeschlagen und Geschäfte geplündert.

Brennende Fahrzeuge in Boston

Der Sender CNN berichtete, in New York seien Tausende Menschen auf die Straße gegangen. Auf Fernsehbildern waren brennende Fahrzeuge in Boston und Plünderungen in Philadelphia zu sehen. In der US-Hauptstadt Washington zogen Demonstranten am Sonntagabend erneut vor das Weiße Haus. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei. Demonstranten skandierten "Kein Frieden ohne Gerechtigkeit".

Etwa 170 Geschäfte seien allein in Minneapolis ausgeraubt worden, sagte der Bürgermeister Jacob Frey dem Sender CNN. Die sich in den USA rasch ausbreitenden Proteste fallen mit einem tiefen Frust wegen der Beschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus und der wirtschaftlichen Krise infolge der Pandemie zusammen.

Quelle: ntv.de, kst/dpa/rts