Politik

Ihre Handys wurden wohl geortet Lösten britische Freiwillige Luftangriff aus?

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Freiwillige aus dem Ausland erhalten in Kiew eine militärische Ausbildung.

(Foto: dpa)

In den Stunden vor dem tödlichen Raketenangriff in Jaworiw nahe der polnischen Grenze sind laut einem Medienbericht britische Handys für Überwachungsgeräte sichtbar. Briten, die für die Ukraine kämpfen wollten, könnten so den Kreml veranlasst haben, sofort Raketen abzufeuern.

Freiwillige Kämpfer aus Großbritannien haben möglicherweise einen tödlichen Luftangriff auf einen ukrainischen Militärstützpunkt ausgelöst. Ihre Telefone waren in dem Gebiet bemerkt worden, wie der britische "Telegraph" berichtet. Mindestens 35 Menschen wurden bei dem Angriff am 13. März in Jaworiw nahe der polnischen Grenze getötet.

Nach Informationen der Zeitung war in den Stunden vor dem Raketenangriff rund ein Dutzend Telefonnummern, die mit der britischen Vorwahl +44 beginnen, für Überwachungsgeräte in dem Gebiet sichtbar. Bei dem Stützpunkt soll es sich um ein Ausbildungszentrum gehandelt haben. Auch ausländische zivile Rekruten wurden dem Bericht zufolge dort ausgebildet.

Aus Sicherheitskreisen verlautete, dass Söldner, die von der Wagner-Gruppe bezahlt werden, zu dem Zeitpunkt vor Ort gewesen sein sollen. Es werde befürchtet, dass die Söldner die Nummern abfangen und an den russischen Geheimdienst weiterleiten konnten. Dieser könnte die Daten mit ehemaligen britischen Militärangehörigen in Verbindung gebracht und sofort einen Angriff angeordnet haben.

"Chaotische Vorbereitung ausländischer Rekruten"

Laut dem Bericht wird vermutet, dass Russland Zugang zu einem riesigen Bestand an Telefonnummern hat, die mit britischen Eliteeinheiten in Verbindung stehen und durch geheime Überwachungsmaßnahmen in der Nähe von Militärstützpunkten in Großbritannien zusammengetragen wurden. Viele der Briten, die sich freiwillig dem Widerstand gegen Wladimir Putins Invasion anschlossen, hätten früher in diesen Einheiten gedient. Deshalb würden ihre Telefonnummern im Kreml sofort die Alarmglocken läuten lassen, wenn sie mit einem ukrainischen Telefonnetz verbunden werden. "Sobald Moskau einen Hauch von möglicher britischer Präsenz auf dem Stützpunkt witterte, hätte es sofort einen Angriff angeordnet", zitiert die Zeitung eine ihrer Quellen. Denkbar sei auch ein Maulwurf in der Einheit.

Britische Freiwillige, die den Stützpunkt nur wenige Stunden vor dem Anschlag verließen, berichteten dem "Telegraph", sie seien über die chaotische Vorbereitung ausländischer Rekruten beunruhigt gewesen. Zwei Männer behaupteten, ihnen sei im Vorfeld zugesichert worden, dass sie als Sanitäter eingesetzt würden. Vor Ort sei ihnen dann aber mitgeteilt worden, dass sie nach einer 48-stündigen Ausbildung in den Kampf geschickt würden - obwohl sie keinen militärischen Hintergrund haben. Auch hätten für das Training keine Waffen zur Verfügung gestanden.

Quelle: ntv.de, chl

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